Also ich hab da vor zwei Jahren auch schon experimentiert.
Es ging darum, meiner Velosolex mehr Leistung einzuhauchen.
Das Problem da besteht darin, daß die Velosolex einen sehr zierlichen Solexvergaser ohne Schwimmerkammer besitzt, der senkrecht durchströmt wird. Ein Fallstromvergaser also.
Das Ding ist so dünnwandig, daß man es auch nicht aufbohren kann.
Und da paßt nichts anderes hin.
Alle anderen, handelsüblichen, Vergaser, die man anbauen würde, fielen sofort durch ihre Position und Form auf.
Deswegen habe ich erst einen Tillotson; später einen Walbro implementiert, die in jeder Einbaulage funktionieren und auch schwimmerlos sind.
Letzterer verschwand dann optisch auch fast hinter dem Luftleitblech.
Leistung habe ich genug rausbekommen. An der Bremse war ich nicht damit, aber ich schätze so 4...5 PS, wobei der Vergaser nur einen Teil der Umbaumaßnahmen dargestellt hat. Neben einer gepimpten Abgasanlage waren auch ein 67ccm Vespazylinder mit größeren Kanälen und schärferen (KKR) Steuerzeiten sowie eine Membraneinlaßsteuerung beteiligt.
Das Fahrzeug sah nach außen fast original aus.
Jetzt zu dem Problem:
Ich habe, trotz eifrigstem herumprobieren keine gescheite Leistung im mittleren Drehzahlbereich erhalten.
Auch der Leerlauf war sehr bescheiden.
Das Motorverhalten glich einem Elektromotor mit Kippschalter...volle Pulle oder aus.
War absolut nicht fahrbar.
Untenrum würgte der Motor nur schlapp herum. Kam man über 4000 U/min, fräste die Reibrolle sofort eine Rille in den Vorderreifen.
Das Gleiche passierte auf feuchter Straße oder bei einem Schlagloch, wo der federbelastete Motor kurz anlupfte und dann sofort loslegte.
Wenn alle gut lief und die Fuhre in Schwung war, waren 70 km/h kein Problem mit Platz nach oben.
Angesichts des Rahmens aus verschraubten gekanteten Blechen und der prickelnden Bremsen war das aber auch nicht die wahre Freude, was ich aber vorher schon wußte.
Ich hab dann mal die Gegenprobe mit einem normalen 15er Bing mit Zentralschwimmervergaser gemacht (von einer SOLO-Motorhacke), damit ich das Problem nicht an der falschen Stelle suche.
Das ging ganz anders zur Sache, gutes, von unten flach ansteigendes Drehmoment und gut regulierbar.
Aber das war wegen des dann nötigen Rohrgeflechts nicht mehr das, was ich auf der Solex wollte.
Da hätte ich optisch eleganter gleich einen Kettensägenmotor implantieren können.
Von daher kann ich das
Dieter-K hat geschrieben:
"Membranvergaser sind Vollgasvergaser". Säge, Freischneider, Laubbläser werden im Leerlauf betrieben oder eben mit Vollgas. Der Teillastbereich interessiert nicht wirklich, solange das Gerät diesen Bereich zügig durchquert.
absolut unterschreiben.
Modellflieger haben übrigens die gleichen Probleme mit den Dingern.
Wer diesen Vergasern Manieren beibringt, ist meines Dankes gewiß.
Ich habe aus der Zeit auch noch ca. 20 diverse Membranvergaser liegen, die wohl bald in die Bucht wandern.