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Re: Etwas mehr Kraft am Hang wäre schön..

Verfasst: Freitag 29. November 2013, 19:12
von Sachso
Hallo Dieter,
ich möchte jetzt nicht "klugscheissen" , als Saxonetten-Neuling schon garnicht. Aber ein fixer ZZP ist nur für einen engen Drehzahlbereich optimal. Bereits frühe Motoren hatten eine man.Zündverstellung. Heutige Motoren haben Zündkennfelder , der Drehzahl , der Drosselklappenstellung und der Last angepasst. Die Frage ist , wie ist das feinfühlig genug und reproduzierbar darstellbar ?
Als weiteren Punkt fällt der schlechte therm. Wirkungsgrad auf. Beim Verbr. der Saxo von ca.1,5 L/100 km müßte ein Motor von 300 ccm 15 L/100 km verbrauchen und würde 7 PS leisten.Ein Unding. Auch wenn die Umsetzung 1:1 techn. unzulässig ist , enthält unsere Saxonette Reserven und eine vernünftige Zündspule ist der erste Schritt. Das habe ich ber. probiert.
VG Sachso

Re: Etwas mehr Kraft am Hang wäre schön..

Verfasst: Freitag 29. November 2013, 21:38
von Dieter-K
Hallo Sachso,

ich habe doch nichts Anderes gesagt! Na klar ist es wichtig, das Gemisch im richtigen Moment zu zünden. Erfahrung haben wir damit ganz detailliert. Siehe z.B. meinen Beitrag dazu:
viewtopic.php?f=2&t=2868&hilit=digitalz ... ung#p26777

:wink: - Dieter

Re: Etwas mehr Kraft am Hang wäre schön..

Verfasst: Freitag 29. November 2013, 22:16
von summi-ost
Hallo Sachso,
die frühen Motore hatten die manuelle ZZP-Verstellung hauptsächlich deshalb, um das Anspringen zu erleichtern.
Die wurden oftmals angekurbelt und die Gefahr des Rückschlagens war bei entsprechender Frühzündung doch sehr hoch.

Um den kleinen Saxonetten-Motor effektiver und kräftiger zu machen muss man sich auf Kompromisse einlassen.
Manche "Verbesserungen " lassen sich mit einfachen Mitteln bewerkstelligen, anderes wieder ist aufwendig und teuer...und vereinbart sich sicher auch nicht mit der gewollten Einfachheit des Motorkonzepts.
Das fängt beim Vergaser an, der im original nicht in der Lage ist über den gesamten Drehzahlbereich das optimale Gemisch bereit zustellen.
Die Einfachheit der Zündung und Elektrik, keine Spule, die zusätzlich Strom für z.B. eine batteriebetriebene Transistorzündung bereitstellt, wie sie heute jeder anspuchsvolle Modellmotor hat.
Das ist natürlich so gewollt um einerseits "Tuning" zu verhindern und auch gleichzeitig natürlich preiswert produzieren zu können.

Den Motor dafür umzuändern und anzupassen, ist ein Riesenaufwand an Zeit, Geld und ..... das wird sich in der Regel meist auf Einzelstücke einiger kluger Köpfe beschränken.
Es gab schon Versuche mit "normalen"Vergaser oder auch Membranvergasern aus dem Rasenmäherbereich, davon laufen sicher so etliche "Einzelstücke" bei einigen Mitgliedern. Durchsetzen konnte es sich bisher in der breiten Masse nicht, weil sicher der Aufwand sehr groß ist.
Ich würde mir eine Mischung aus vielen HIMO's der Vergangenheit wünschen !
Ein Motor mit Zweigangschaltung, manueller Kupplung, vernünftigem Vergaser, einstellbarer kontaktloser Zündung, extra Lichtspule für etwas Strom an Bord. Spitze etwa 35-40 kmh........
Das alles im bisherigem gesetzlichen Rahmen "Leichtmofa".....

Aber das das nicht geht wissen wir ja alle. Die Zeiten wo man mit so einem Fahrrad mit HIMO ungebremst durch die Gegend heizen konnte ( Der MAW im Osten brachte gute 40kmh !), sind leider oder auch Gottseidank vorbei.

:wink:

Re: Etwas mehr Kraft am Hang wäre schön..

Verfasst: Samstag 30. November 2013, 18:36
von Sachso
Hallo Dieter ,
ich habe Deinen Bericht gelesen. Ich habe garnicht gewußt , dass ber. so weitreichende Erkenntnisse vorliegen.Interessant finde ich die Erkenntnis , dass die Vorverlegung des ZZP entscheidenden Einfluss auf die Leistung hat . Nachdem ich mit Reiners Zündspule an der Saxonette hinsichtlich des Motorlaufs und des Anspringens gute Erfahrung habe , auch für die Spartamet eine gekauft . Ich denke eine Vereinfachung im Hinblick auf Zuverlässigkeit damit zu bewirken. Ein weiteres Vorhaben wäre die Vereinfachung des Vergasers , aber das ist ein anderes Thema.
Hallo Reiner,
die man. ZZP-Verstellung zum Zwecke des Anlassens war mir bekannt. Soweit ich weiss , wurde der ZZP auch während der Fahrt "angepaßt".
VG Sachso

Re: Etwas mehr Kraft am Hang wäre schön..

Verfasst: Samstag 30. November 2013, 19:01
von summi-ost
" Hallo Reiner,
die man. ZZP-Verstellung zum Zwecke des Anlassens war mir bekannt. Soweit ich weiss , wurde der ZZP auch während der Fahrt "angepaßt".
VG Sachso
"

Hallo Sachso,
diese Zündverstellung bei Oldtimern ist ein sehr komplexes Thema.
In der Kurzfassung dient es hauptsächlich zwei Zwecken.
1. Das Antreten, anspringen zu erleichtern und ein Rückschlagen von Kickstarter oder Kurbel zu verhindern.
2. Anpassen des ZZP an wechselnde Benzinqualitäten der damaligen Zeiten. Also so eine Art manueller Klopfsensor.
Es wurde soweit auf Frühzündung gestellt, wie es der Motor zuließ, traten Klopf-und Klingelgeräusche auf, konnte manuell der ZZP korrigiert werden. Das ging in der Regel mit einem zweiten Hebel einher, mit dem man noch das Kraftstoff-Luftgemisch verändern konnte.

Es gibt da weitaus mehr dazu zu sagen, aber das würde den Rahmen sprengen.
lg,reiner

Re: Etwas mehr Kraft am Hang wäre schön..

Verfasst: Sonntag 1. Dezember 2013, 01:38
von Dieter-K
...und während bei Viertaktmotoren die Früh-Verstellung über Fliehkraft und eventuell überlagerte Spät-Verstellung über Unterdruck schon seit Ewigkeiten fester Bestandteil ist, mussten Zweitakter von jeher mit festem Zündzeitpunkt auskommen.

Das stimmt so einfach und knapp für 99% der Motoren für Kraftfahrzeuge bis zum Ende des letzten Jahrtausends.

Freundliche Gr. - Dieter

Re: Etwas mehr Kraft am Hang wäre schön..

Verfasst: Sonntag 1. Dezember 2013, 05:07
von summi-ost
... kleine Anmerkung, Dieter.

Die früheren Zweitakter im Motorradbau ( ich kenne es von den MZ-Modellen, die ja motortechnisch nur Nachbauten der DKW-Modelle waren, aber auch der Trabantmotor ), hatten ebenfalls eine Fliehkraftverstellung unter der Unterbrecherplatte.
Diese diente aber nur zum Antreten bzw. Starten.
Sofort nach dem Anspringen des Motors stellte die Mechanik auf den normalen, über den gesamten Drehzahlbereich festen ZZP.
Beim Einstellen der Zündung musste man die Fliehkraftgewichte spreizen, weil man sonst die Zündung falsch eingestellt hätte.
Bei späteren MZ-Modellen gab es diese Fliehkraftverstellung nicht mehr.
:klugscheiss:

Jaja, die frühen Autofahrer...... da war Auto fahren noch richtig Arbeit. ...Ankurbeln, ständig nach Gehör kontrollieren ob der Motor gut läuft und je nachdem ZZP verstellen und Kraftstoff-Luftgemisch anpassen und, und, und....
Von den unsynchronisierten Getrieben mal ganz abgesehen, die den Gangwechsel auch nicht gerade erleichterten.
Das erklärt, warum "Chauffeur" ein richtiger Beruf war und wer es sich leisten konnte einen beschäftigte.

Da waren die dann aufkommenden mechanischen Helferlein ( Anlasser, Zentralschmierung, Synchrogetriebe, automatische, mechanische ZZP-Verstellung usw. ) ein wahrer Segen.
Heute überwacht die Elektronik den ganzen Prozess, ohne das wir es merken, ausser wenn sie uns im Stich lässt.

Missen möchte das heute sicher keiner mehr....... aber manchmal vermisst man doch die alte Technik, die man noch richtig "beim Arbeiten" beobachten konnte.... sich bewegenden Stößelstangen, sich drehende Schwungscheiben ....