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Warum schnelle Saxonetten so sensibel sind

Verfasst: Mittwoch 18. Mai 2011, 02:14
von Dieter-K
Hallo Freunde,

mir ist kein Fahrzeug bekannt, dass so tagesform abhänginge Leistungen zeigt wie unsere Saxonetten.
Damit sind nicht die serienmäßigen Maschinchen gemeint.
Die erreichen ihre 20,x oder 21,x km/h immer und bei ca. 5700 /min.
Dabei überdreht der Motor schon im klassischen Sinne, denn die Höchstleistung wird bei 3750/min abgegeben.
Ein Autofahrer würde jetzt den nächst höheren Gang nehmen, aber wir haben ja nur den einen.

Motoren mit NL-Getriebe erreichen serienmäßig ihre 25km/h nach etwas längerem Warten. Aber das schaffen sie meistens auch bei etwas Gegenwind oder schlechten Witterungsbedingungen.

Nun zu den Getunten.
Jenseits von Gut und Böse erreichen diese Fahrräder mit Hilfsmotörchen irgendwelche Geschwindigkeiten, die weit außerhalb der vorgesehenen Spezifikation liegen. 35km/h bis knapp über 40km/h, da liegt immer noch die Marke.
Wer einmal getunt fuhr, kann serienmäßig nicht mehr leiden. Es ist ja sooowas von langweilig. Mir fällt im Moment kein besserer Vergleich ein: Ist wie unsere Angela im Vergleich zu Jennifer Lopez.
Die seriemäßige Grenze von 100% auf 200% zu verschieben, fordert plötzlich den ganzen Mann. Man gerät an die Grenzen des Fahrwerks, der Bremsen, der eigenen Reflexe. Man muss auf einmal hellwach sein, wenn man das hinzugewonnene Potential nutzt.
Für den Motor bedeutet das: Alles muss stimmen und auch zusammenpassen für die Höchstleistung. Kolben, sein Ring und der Zylinder sowieso. Aber besonders Vergaser, Auspuff, Membranplatte und der gesamte Weg der Ansaugluft. Und mitspielen müssen Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit.
Wer gestern nur 1/20PS mehr im Motor hatte als heute, könnte jammern, dass ihm zwei bis drei km/h auf dem unbestechlichen Sigma-Tacho fehlen.
Vielleicht liegt's an der Flatterjacke, vielleicht am kaum registrierten Gegenwind oder an einer minimalen Steigung, dass wir glauben möchten, irgend etwas sei kaputt, verstellt oder nicht mehr in Ordnung.

Meistens liegt aber nichts vor. Wir haben dann wahrscheinlich nicht besonders breitbandig getunt und uns auf eine bis zwei Maßnahmen verlassen.

Wir fahren sowieso in einem sehr schmalen Bereich, wie ein Mittelkassewagen, der im 1. Gang 90 erreichen soll.

Wollte ich nach zwei Jahren mal wieder zum Ausdruck bringen - Dieter

Re: Warum schnelle Saxonetten so sensibel sind

Verfasst: Mittwoch 18. Mai 2011, 10:49
von Urban
gut gebrüllt Löwe....... *THUMBS UP* ............
genauso ist es.........das kann man ohne wenn und aber stehenlassen :danke:



viele Grüße
Urban

Re: Warum schnelle Saxonetten so sensibel sind

Verfasst: Mittwoch 18. Mai 2011, 12:34
von parafly4
Hallo,

sehr gut erklärt. Ich selber merke schon minimale Unterschiede was die Außentemperatur angeht. Das Motörchen ist wirklich sensibel, aber es macht trotzdem immer wieder Spass mit dem Gefährt zu fahren *THUMBS UP*

Grüsse Andreas

Re: Warum schnelle Saxonetten so sensibel sind

Verfasst: Donnerstag 19. Mai 2011, 04:18
von Rudi
Moin Moin..
Wobei sie nicht so sehr aufs Gewicht reagieren...
Meine "Dicke Berta" z.b. kann Kälte nicht gut ab aber wenn der Dicke Rüdiger(140kg) drauf und der volle Anhänger an der Berta dran ist (50kg) geht sie immer noch 30 km/h *THUMBS UP* =-O ]:->
Bergauf nicht mehr so schnell aber für das überholen der Radfahrer reicht es noch! @}->-- @}->--

Gruß Rudi-HH
Bild

Re: Warum schnelle Saxonetten so sensibel sind

Verfasst: Donnerstag 19. Mai 2011, 08:02
von Motorfahrradfahrer
Wenn ich schnell vorwärtskommen will, dann fahr ich Fahrrad :) Aber im Winter oder für Schwertransporte da nehm ich doch lieber die Nette.

Re: Warum schnelle Saxonetten so sensibel sind

Verfasst: Sonntag 22. Mai 2011, 17:43
von Spartacus
Hallo Dieter,

toll geschrieben! Konnte mich gerade schmunzelnderweise völlig in Dich hineinversetzen. Ich horche auch immer ganz genau auf das Motorgeräusch, ob sich die Spartamet wohlfühlt oder prüfe die Windrichtung, wenn sie die Höchstgeschwindigkeit mal etwas langsamer oder widerwilliger erreicht. Habe aber auch noch nie einen Motor erlebt, der frühestens nach einer halben Stunde Ausfahrt so richtig perfekt das Gas annimmt und richtig warmgefahren ist.

Gruß
Dirk

Re: Warum schnelle Saxonetten so sensibel sind

Verfasst: Sonntag 22. Mai 2011, 17:53
von Jörg
@ Spartacus , versuche doch mal mit mehr Frühzündung zu fahren ,Du wirst sehen ,das sich die Phase des schlechten Motorlaufs nach dem Kaltstart wesentlich verkürzt.

Re: Warum schnelle Saxonetten so sensibel sind

Verfasst: Sonntag 22. Mai 2011, 18:33
von Spartacus
Danke für die Info, Jörg! Das katapultiert die Frühzündung auf meinem Änderungszettel ganz nach oben! Hatte das eh vor auszuprobieren, habe mir aber eher eine minimale Geschwindigkeitssteigerung mit meinem T-Modul erhofft.

Gruß
Dirk