Hallo Freunde,
zwei Motoren waren mir bisher bekannt, die fast durch herausgerutschte Reibbänder den vorzeitigen Tod gefunden hätten.
Einmal der von Klaus-W 2010 und kürzlich der von Roland. Roland hat das abgescherte Reibband erst gar nicht bemerkt. Wer weiß schon, wie lang das zu sein hat. Wenn davon ein paar Millimeter abgeschnitten werden und im Motor unerhörten Schaden anrichten, bekommt man das oft gar nicht mit.
Man sieht nur die Spuren am Kolben, wo das Reibband-Stück entlang geschrappt hat, um dann auf Nimmerwiedersehen im Auspuff zu verschwinden.
Roland hat das Stück, das ihm den Kolben ruiniert hat, zwar nicht gefunden. Aber dafür ein anderes Stück vom Reibband, das noch am Kurbelgehäuse haftete.
Insgesamt fehlten ihm über 1cm Reibband, in kleine, kolbenmordende Stücke zerschnitten.
In dieser Hinsicht ist unsere Kupplung wirklich eine Kotzkonstruktion. Nicht nur, dass der Abrieb durch Kurbeltrieb und Kolben verdaut werden muss; nö, jetzt spuckt das Ding auch noch sehr harte Federstahlstücke hinterher. Nee, nee!
Im Nachbarforum habe ich das Bild eines Kolbenschadens gesehen, der allgemein von der Ursache her unkommentiert geblieben war.
Jeder sieht, dass dort ein Stück Reibband durch den Überströmkanal ausgetreten und zwischen Kolben und Zylinder die passende Riefe gezogen hatte. Jeder, der das weiß! Seit Rolands Schaden bin ich davon überzeugt, dass die Reibbänder für ein großen Teil unserer Kolbenschäden verantwortlich sind.
Wozu ist das Reibband überhaupt da? Die Feder soll nirgendwo anecken, wenn sie aus der Kupplungsbacke austritt und erst rund 8mm weiter auf der Kurbelwelle aufliegt. Dazwischen wäre ohne Reibbänder Luft. Darüberhinaus ist das Reibband maßgeblich daran beteiligt, die Kupplungsbacken in ihrer Position zu halten. Die Feder (ist ja im Profil rund) könnte die Axialkräft kaum abfangen.
Also: Ohne Reibbänder, das würde wohl nicht klappen. Ich habe mir überlegt, dass ich bei der nächsten Revision die Reibbänder an jeder Seite um 13mm kürzen werde und die Enden in der Dicke auslaufend anschleifen werde. Dann überlappen die Bänder nicht mehr auf der Kurbelwelle. Von daher kann es an dieser Stelle keine Reibereien und kein Durcheinander mehr geben. Die Kurbelwelle ist dort gehärtet. Es ist nicht zu erwarten, dass die ebenfalls harte Feder dort mehr Schäden anrichtet als auf dem Reibband (also praktisch keine).
Dazu kommt, dass verkürzte Reibbänder weit weniger Drang haben, sich unter der Feder hervorzuarbeiten.
Fliehkräfte, die auf das Reibband wirken:
.....Drehzahl....5800.......7000.......10000
original lang:.... 232........338..........690 Gramm, die die Feder nach außen drücken
verkürzt:........ 108.........157.........320...."........"...".......".........."......"......"
Sobald die Kupplung durch die Fliehkräfte verbunden hat, berührt die Feder die Kurbelwelle nicht mehr, und die Reibbänder haben die Gelegenheit, sich aus ihrer Position zu verzischen. Dabei treffen sie, von der Fliehkraft getrieben, auf die Unterkante einer RUNDEN Feder. Jetzt ist nur noch die Frage: rechts vorbei oder links vorbei...
Die 3,2 Newton bei 10.000 /min in der verkürzten Version kommen den 2,3 Newton beim Drosselmotor (5800/min = 21 km/h) recht nahe.
6,9 N sind ein Wert, der die Reibbänder vollkommen und kompromisslos krumm biegt. Da hält auch die Feder nichts auf, wenn da mal ein ganz klein wenig schräges Aufeinandertreffen auftritt.
Mit dem verkürzten Reibband werden die Luftspalte zwischen Kupplungsbacke und Kurbelwelle sicher überbrückt. Die Reibbänder überlappen dann nicht mehr. Und, so meine Berechnung, sie fliegen nicht mehr heraus. Denn ein Einflussfaktor ist die enorme Fliehkraft, der andere ist die schamlose Länge.
Dieter
Ist mein neues Makro nicht entzückend?
Rolands Stück aus dem Kurbelgehäuse, eines von mehreren.
Nun kommt der Restmüll; alles klein gehackte Stückchen Reibband aus Rolands Kurbelgehäuse.
Wer meint, das seien Alusplitter vom Kolben, der muss einfach nur zum Magneten greifen.
Zum Größenvergleich: Ziemlich unten im Bild ist eine Textilfaser/Fluse.
Von der anderen Seite sieht man leicht blau/goldene Verfärbungen. Folge von Hitze. Dieses Stück ist 6x4mm groß.