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Wundersprit

Verfasst: Sonntag 5. Mai 2013, 22:25
von Jürgen Stiehl
Hallo,
ich hab ja jetzt das Wollemodul drin und damit ging sie dann 24. Heute hab ich in der Garage 3 Jahre alten, dieselverunreinigten Sprit aus einer Falschbetankung in die Hand bekommen und der Saxi eine Mischung angerührt. 28, eine wesentlich höhere Drehfreudigkeit.
Vor lauter Freude hab ich mir dann die Hinterradbremse durch längere Gefällefahrten ruiniert.
Jürgen

Re: Wundersprit

Verfasst: Montag 6. Mai 2013, 04:47
von Jörg
...und da reden die Leute immer von V-Power...diese Mischung würde ich mir schützen lassen :wink:

Re: Wundersprit

Verfasst: Montag 6. Mai 2013, 07:42
von Jürgen Stiehl
Bloß nicht, als ich das Zeug damals in meiner CB 400 fahren wollte, hat sie im Leerlauf gedieselt.

Re: Wundersprit

Verfasst: Montag 6. Mai 2013, 09:18
von Dieter-K
Hallo Jürgen,

ich würd' zusehen, dass ich diese Mischung schnell durch den Vergaser schleuse.
Diesel hat nicht speziell ausgerüstete Gummiteile zum Fressen gern.

Dieter

Re: Wundersprit

Verfasst: Montag 6. Mai 2013, 11:38
von Dietrich
In Kriegszeiten war 2/3 Benzin 1/3 Diesel eine gängige Ersatzmischung für 2 Takter die 1:25 benötigten, jedenfalls an der russischen Front. Nachteil laut meinem Großvater, etwas mehr Ölkohle und man muss ab und an den unverbrannten Dieselkraftstoff aus dem Kurbelgehäuse ablassen.
Von Versuchen habe ich aber abgesehen, das Zeug was man heute an der Tanke bekommt is kein richtiger DIeselkraftstoff mehr, da ist alles mögliche zugepanscht, allein schon der Alkoholanteil dürfte die Schmierfähigkeit ziemlich zerstören.

Re: Wundersprit

Verfasst: Montag 6. Mai 2013, 19:57
von Bernd
Hi Dietrich,
2Takt-Fahrzeuge an der Ost-Front??

Eine generelle Regelung des Heeresbeschaffungsamtes besagt,
im Militärdienst keine Fahrzeuge mit 2-Takt-Motor zuzulassen.

Bernd

Re: Wundersprit

Verfasst: Montag 6. Mai 2013, 21:13
von Jürgen Stiehl
Da kann ich den seligen Klacks sinngemäß zitieren, der um die Schalterstellung "ohne Batterie zünden" bei den DKWs dankbar war, denn "nach Stalingrad gab es an der Ostfront keine funktionierenden Motorradbatterien mehr".

http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Waf ... euge-R.htm

Re: Wundersprit

Verfasst: Dienstag 7. Mai 2013, 00:11
von Dietrich
Bernd hat geschrieben:Hi Dietrich,
2Takt-Fahrzeuge an der Ost-Front??

Eine generelle Regelung des Heeresbeschaffungsamtes besagt,
im Militärdienst keine Fahrzeuge mit 2-Takt-Motor zuzulassen.

Bernd
Keine Ahnung was da drin steht, aber die DKW NZ350 ist definitiv ein Zweitakter und war bei der Wehrmacht im Einsatz. Mein Großvater war als Kradmelder unterwegs für die Luftwaffe. Zuerst auf einer DKW NZ 350, später auf einem Zündapp KS750 Gespann. Auf so eine NZ350 bin ich schon länger scharf, aber leider sind die immer relativ teuer. Aufgrund der eisigen Temperaturen wurden die Mopeds meist mit ins, mit Glück beheizte Schlafquartier genommen.
http://de.wikipedia.org/w/index.php?tit ... 0712094227
Das Fahrzeug welches mit dieser Ersatzmischung bewegt wurde muss so etwas wie ein Kübel oder Schwimmwagen gewesen sein. Ich meine vom Hersteller DKW, kann ich bei Interesse aber nochmal erfragen.

Re: Wundersprit

Verfasst: Dienstag 7. Mai 2013, 00:45
von Dieter-K
Zur Zeit des kalten Krieges, also der Nachkriegszeit, galt diese Regel vom Beschaffungsamt wohl auch nicht.
Ich habe 1976 reichlich Hercules Military während meines Wehrdienstes instand gesetzt. Darin verbaut ein 125ccm Einzylinder Zweitaktmotor von Sachs.

http://www.google.de/search?q=hercules+ ... y+125&rlz=

Mein Patenonkel, heute 93 Jahre alt, war Kradmelder im 2. Weltkrieg. Sein Fahrzeug war eine DKW 350. Später ist er nie wieder Motorrad gefahren. Er hatte genug von erfrorenen Fingern und Zehen.

Grüße - Dieter

Re: Wundersprit

Verfasst: Dienstag 7. Mai 2013, 06:19
von Dampframme
Zu meiner BW Zeit hatten wir die 175ccm Maico,125ccm Hercules und den DKW Munga als 2T.