Seite 1 von 3

Zweitaktöl, eine Saxonette bezogene Faktensammlung

Verfasst: Mittwoch 29. Mai 2013, 05:42
von Dieter-K
Werbung ist das eine. Foren wie unseres ermöglichen ein Gegengewicht zu dem gequasselten Marketingkram.
Zumindest, was unsere 30ccm Schwachleistungsmotoren angeht.

Fuchs hat voll verloren. Ölkohle, so weit das Auge reicht. Sporti hatte fast keinen Auslasskanal mehr, so viel Ölkohle war darin. Das Kolbenhemd war umfassend beschichtet.

Liqui Moly hat für mich auch voll verloren. Ein durchaus flotter Motor meines Freundes hatte nach weniger als 4000km eine Komplettbeschichtung des Kolbenhemdes (und des Bodens natürlich auch). Voll schwarz, und so fest und dick, dass ich eine Stunde Zauber mit Aceton und Glasfaserstift veranstalten musste, um die Kohleschicht zu lösen. So was Hartnäckiges ist mir in meiner Zweitaktzeit noch nicht untergekommen. Das Laufspiel des Kolbens war, ohne Ölkohle gemessen 3/100, und damit normal. Positiv gedacht, hat die Ölkohle den Verschleißschutz des Kolbenhemdes bewirkt, aber leider auch - auf der anderen Seite - das Risiko eines Fressers bei hoher Dauerlast heraufbeschworen.

Vollsynthetisches Castrol-2T RS tut's bei mir seit Ewigkeiten sehr gut. Wenig Ölkohle auf dem Boden, fast nichts am Hemd. Gerade mal ein ca. 2 cm tiefes Dreieck am Kolbenringstoß.
Castrol macht nicht selbst, wie ich las, sondern lässt machen und überwacht penibel das Endprodukt. Mein Motor ist leistungsgesteigert.

Shell-Oil macht selbst. Zumindest das synthetische Basisöl. Die Additive liefern sowieso die Chemieriesen. In diesem Jahr habe ich drei Motorräder und zwei Autos auf Shell-Öle umgestellt. Shell trommelt nicht so wie Castrol. Die Öle sind preiswert und seit Jahrzehnten leise tretend mit excellentem Ruf.

Stihl Öl. Stihl ist ein Hersteller von Motorsägen, kein Öl-Lieferant. In der Saxonette gab's mindestens zwei mal blaue Pleuelfußlager. Hochdeutsch Motorschäden, wenn auch an leistungsgesteigerten Motoren.

Wer berichtet Weiteres über Praxisdrehzahl, Ölkohle, Motorschäden und die entsprechenden Laufleistungen?

Tantiemen bekomme ich von keinem der Hersteller und ich werde auch nicht verklagt, denn das alles ist...

nur meine fundierte Meinung - Dieter

Re: Zweitaktöl, eine saxonette bezogene Faktensammlung

Verfasst: Mittwoch 29. Mai 2013, 06:09
von McMaly
Guten Morgen,

ich verwende seit den 80ern nach Versuchen mit diversen Sorten und Herstellern nur noch Öle von Bel-Ray.

H1R und SI7, wobei das SI7 auch für Getrenntschmierung geeignet ist, das H1R ausschließlich zum Vormischen.

Nach dem mir seinerzeit bei meiner KTM 175 GS auf dem Rückweg vom Grambeker Heidering in der Nähe von Mölln der Sprit knapp wurde und ich dann 1:50 Aral-Mischung nachtankte bekam ich umgehend einen Klemmer. =-O

Vorher war 1:100 mit dem Vorläufer von H1R drin und ich hatte niemals irgendeinen Ärger........soviel dazu.

Meine Brennräume und Kolben habe so gut wie keine Ölkohlerückstände und selbst die Innenseiten meiner Auspuffe sehen rehbraun aus.

Ich hatte bei keinem meiner sehr hochdrehenden Saxonettenmotoren, auch nicht während der heiklen Phase des Ausdüsens, auch nur andeutungsweise Probleme mit Klemmern oder Fressern.

Sicherlich sind diese Bel-Ray Öle nicht die billigsten, wenn man aber den potentiellen Ärger durch eventuelle Motorschäden und dichtsitzende Auslasskanäle und Auspuffanlagen dagegenhält, relativiert sich das ein wenig.

Auch ich habe selbstverständlich keinerlei finanzielle Vorteile von diesem Statement.

Grüße aus dem ölkohlefreien Norden, 8-)

Matthias

Re: Zweitaktöl, eine Saxonette bezogene Faktensammlung

Verfasst: Mittwoch 29. Mai 2013, 06:21
von Dieter-K
Hi Matthias,

du hast hier die flottesten Niederländer im Forum. Sag mal, wie viel und mit welcher Drehzahl du fährst. Dass deine Motoren noch halten, ist für mich bemerkenswert. Ich würde mich das nicht trauen, 10km zur Arbeit mit ...puuuh...Umdrehungen und abends wieder zurück.

Bin ja alle deine Maschine im letzten Herbst selbst gefahren.
Beide Spartas, den Burgman und die Renn-Harley.

Bis auf den Butter-und-Brot-Burgman alles absolut beeindruckend *THUMBS UP* - Dieter

Re: Zweitaktöl, eine Saxonette bezogene Faktensammlung

Verfasst: Mittwoch 29. Mai 2013, 06:38
von McMaly
Hallo Dieter,

V-max lassen wir mal lieber.....die Motoren sind aber in der Lage dauerhaft zwischen 9.000 und 10.000 Umdrehungen pro Minute ohne Schäden zu überstehen.

Laufleistung beider Spartas zusammen ca. 2.500 bis 3.000 Kilometer pro Jahr.

In meinem augenblicklichen Restaurationsobjekt, einer Yamaha RS 100, fahre ich im Übrigen auch SI7 in der Getrenntschmierung.

Auch dieser 34 Jahre alte luftgekühlte 2-Takt-Motor ist trotz (nur) Kontaktzündung in der Lage die 10.000 U/min-Grenze unbeschadet zu überstehen. :wink:


Grüße,

Matthias

Re: Zweitaktöl, eine Saxonette bezogene Faktensammlung

Verfasst: Mittwoch 29. Mai 2013, 07:54
von rennsemmel
Tag,
Also ich fahre jetzt seit fast 4 jahren saxonette mit castrol rs ,siehe Dieter k.,
Hatte nur den kolbenring gewechselt, fast keine ölkohle, 5000 km auf der Uhr , bzm Zündung ,Nl Getriebe und mit Drehzahlen um die 10000 U/min....
Dieser kleine Motor hält sehr gut , ich fahre 15ml castrolöl auf 1000ml Superbenzin
Läuft und läuft und.....
Diesen Sommer will ich damit nach össiland , wenn es mal Sommer werden sollte :'(

Re: Zweitaktöl, eine Saxonette bezogene Faktensammlung

Verfasst: Mittwoch 29. Mai 2013, 08:30
von Urban
Das es bei modernen Markenölen solche großen Unterschiede gibt hätte ich jetzt nicht gedacht , bisher nutzte ich immer die Polo Hausmarke und hatte wenig Ablagerungen, allerdings nach 1500 km schon einen verschlissenen Kolbenring.
Werde meine Ölmarke dann mal wechseln

Re: Zweitaktöl, eine Saxonette bezogene Faktensammlung

Verfasst: Mittwoch 29. Mai 2013, 09:00
von Jörg
Früher fuhr ich noch Restbestände des Castrol TTS von unserer 125er Suzuki-RM.Übermäßige Ölkohle wurde auch mit diesem Öl gebildet( nicht im RM-Motor!) ,weil ich anfangs auch 1:50 gefahren bin.Danach bin ich auf Addinol MZ 408 umgestiegen,noch mehr Ölkohle ,aber immer noch 1:50...Momentan fahre ich das blau/grüne Dolmar-Öl von OBI,welches wohl mit dem von Stiehl identisch sein soll,jetzt aber 1:80.Über Ölkohle kann ich erst berichten ,wenn ich die Motore mal zerlegen werde. Ein Pleuelfußlager werde ich heute mal auf eventuelle Blaufärbung untersuchen und dann meinen Beitrag um diese Erkenntnis erweitern.Ich hoffe ,das ich keine böse Überraschung erleben werde...

Re: Zweitaktöl, eine Saxonette bezogene Faktensammlung

Verfasst: Mittwoch 29. Mai 2013, 09:40
von tnt-dennis
Das was Dieter zum Fuchs Öl geschrieben hat, kann ich bestätigen.
Es bildet viel Ölkohle, hart wie Diamant. Kaum noch zu entfernen.
Ich habe damals 1:80 gemischt.

Gruß
Dennis

Re: Zweitaktöl, eine Saxonette bezogene Faktensammlung

Verfasst: Mittwoch 29. Mai 2013, 10:13
von Saxo Fan
Liebe Saxonetten Freunde

Ich fahre seit ca. 3 Jahren Liqui moly Zweitakt Öl, teilsynthetik. Gemisch 1:80 mit und ohne Tuning-Modul. Meine Fahrleistung ca. 1000-1500 Km/Jahr. Bis jetzt keine Probleme. Einen Motor habe ich mal aufgemacht. Es war ein wenig Öl kohle vorhanden. Aber nichts Dramatisches. Ich fahre aber nicht immer volle Pulle sondern ehr gemütlich. Mit Halbgas.
Gruß
Rainer

Re: Zweitaktöl, eine Saxonette bezogene Faktensammlung

Verfasst: Mittwoch 29. Mai 2013, 16:40
von Kolbenfresser
Hallo

Zur Verwendung von Modernen Hochleistungsölen meinte mal ein Stihl Vertreter auf die Nachfrage nach HP100 Öl

"Mann soll immer Öl Verwenden welches es schon bei der Produktion des Motors gegeben hat"

Weiterhin ist Öl welches für den Betrieb von Motorsägen...... gedacht ist, unter anderem darauf optimiert um den Benutzer in seiner sowieso Gesundheitsschädlichen Abgaswolke zu schützen.

Der Betrieb mit fertig gemischtem Akalytbenzin wäre wahrscheinlich für eine Saxonette das Beste, leider sehr teuer und in gebrauchten Motoren die Umstellung oft durch gelöste Ölkohle mit einem Kolbenfresser verbunden, ansonsten findet man selbst in älteren Motoren noch silber glänzende Kolben vor. Das Zeug nehme ich von Aspen für meine Motorsägen.

Für meinen Diesel nehme ich ein billiges Öl von Ebay (CTR-Motorsport 2,99€ der Liter) im Verhältnis 1:200

In die Saxonette kommt das Shell Advance VSX2 VSX 2T weil irgendwo mal einer meinte dieses wäre das Öl welches sich in den kleinen Flaschen von Sachs befindet. Große Kohleablagerungen habe ich nicht, das Kolbenhemd ist schon dunkel, aber nicht dramatisch. Mischung 1:75 also 300ml auf 20l

Jörg