Also...
1.Kurbelwelle äußerlich prüfen ob es Stellen gibt, die sich in bläulichen Anlassfarben verfärbt haben, ist ein Anzeichen, das sie schon mal überhitzt/mit zuwenig Schmierung gelaufen ist, kann aber noch brauchbar sein. Prüfen ob der Polrad-WDR eine Rille eingeschliffen hat und ob der Polrad -Konus glatt und riefenfrei ist. Bei minimalen Kratzern lässt er sich mit allerfeinstem Schleifpapier glätten ( aber nur glätten, kein Material abtragen). Auch das M8x1-Linksgewinde sollte ok und nicht verdrückt sein.
2.Oberes und unteres Pleuellager prüfen, das obere würde ich möglichst immer wechseln um auf der sicheren Seite zu sein, das unter, fest verbaute sollte auch nicht verfärbt, die sternförmigen Distanzbleche nicht verschrammt sein, die Rollen nicht beschädigt. Das wichtigste ( wenn man keine Messgeräte hat) ist mit Gefühl zu prüfen ob sich die Pleuelstange in der Höhenrichtung bewegen lässt, sollte da was fühlbar sein, ist die KW eigentlich schon Schrott.
3.Das Rillenlager 6201-C4, ist ein Lager, das im kalten Zustand ein fühlbares Spiel haben muss ! Erst bei Betriebstemperatur verliert sich das Spiel!
Das Lager kann man ohne Messgerät nur prüfen, in dem man es sorgfältig reinigt ( Bremsenreiniger) und es minimal mit etwas dünnflüssigem Öl benetzt, dreht man es nun mit der Hand, sollte es gleichmäßig auslaufen, ohne rattern und ohne ruckeln.
Sollte das nicht so sein, dann wechseln. Und auch nicht fetten! Das Lager wird vom Gemisch geschmiert, irgendeine Fettpackung kann sich völlig unkontrolliert im Motor verteilen.
Generell sollten alle Lager beim Einbau mit dem Schmiermittel benetzt werden, von dem sie auch im Betrieb geschmiert werden.
Ebenso alle WDR. Ausnahme ist nur der Polrad-WDR, der mit einer Fettpackung zwischen den Lippen versehen wird.
Ein richtiger Test lässt sich natürlich nur mit entsprechenden Messgeräten und einem Prüfstand machen, aber wer hat sowas schon komplett in seiner Bastelbude.
Ich hoffe ich hab es richtig dargestellt und nix vergessen! Bin dankbar für Ergänzungen.