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Saxonette und andere Zweitakter ein Vergleich

Verfasst: Mittwoch 9. Oktober 2013, 19:04
von Sporti
Manche denken, wer sich mit Zweitaktern auskennt, kennt sich leicht auch mit dem Saxonettenmotor aus.
ich muß da mal widersprechen.

Fangen wir mal an:

Saxonette: Zylinder: Eine Gehäusehäfte mit Sackbohrung, Nikasilbeschichtet, (Die Neueren mit abnehmbaren Zylinderkopf)
Das gibt es bei keinem anderen Motor

Mofa: Zylinder, Zylinderkopf auf Getriebegehäuse aufgeschraubt.


Saxonette: Getriebegehäuse aus 2 Motorhälften, quergeteilt

Mofa: 3 längsgeteilte Getriebebauteile


Saxonette: Starten mit Seilzug oder E-Starter

Mofa: Starten mit Tretkurbel, Kickstarter, E-Starter oder anschieben


Saxonette: Überstömkanäle im Zylinder offen.

Mofa: Überströmkanäle hinter Zlinderwand, dann zur Öffnung


Saxonette: Kolben mit einem Kolbenring

Mofa: Kolben hat min. 2 Ringe


Saxonette: Getriebe mit fester Übersetzung.

Mofa: variable Übersetzung , Automatic oder 2 und Mehrgangschaltung


Saxonette: Fliekraftkupplung

Mofa: meist Mehrscheibenkupplung , von Hand trenn/ schließbar über Hebel
Wie die automatische Kupplung aussieht, weiß ich nicht. Fliehkraftkupplung ?


Saxonette: eingebauter Freilauf. Keine Motorbremse

Mofa. Kein Freilauf, Motor bremst bei schnell bergab, bei Schaltgetriebe: Trennen durch Kupplungsbedienung möglich.


Saxonette: Zündung durch Polrad, Spule und Modul, nicht einstellbar

Mofa: Zündkontakte, Kondensator,Einstellbar, oder nur Spule.Wie die neueren gebaut sind, weiß ich ncht.


Saxonette: Direktantrieb zum Hinterrad

Mofa: Antrieb über Kette.


Saxonette: Filigranse Vergaser, wenig Einstellmöglichkeiten ( Lleerlauf )

Mofa: Robuster Vergaser mit mehreren Einstellmöglichkeiten: gemisch, Leerlauf


Saxonette: Auspuff, einteilig ohne Reinigungsmöglichkeit

Mofa: Krümmer, Auspuffvorderteil, Schalldämpfer, Endstück, zerlegbar und reinigungfähig


Saxoneette: Wurmwelle mit 2 Zähnen, großes Rad auf Abtriebswelle ( alt: Robustes 3-Stufengetriebe mit zu schmalen schrägverzahnten Zahnrädern

Möfa: richtiges robustes Getriebe mit Zahnrädern, auch über Kegelscheiben und Riemen.


Saxonette: Trommelbremse im Motor integriert

Mofa: Trommelbremse im Hinterrad separat


Saxonette: Gemisch fest 1:100 im Tank, Fahrer mischt

Mofa: Sprit und Öl meist getrennt, Motor mischt


Kennt Ihr weitere Unterschiede ?
Dann bitte ergänzen bzw. korrigieren.

Zweitakt ist jedenfalls nicht Zweitakt. bei der Saxonette ist sehr vieles anders als normal.

Sporti

Re: Saxonette und andere Zweitakter ein Vergleich

Verfasst: Mittwoch 9. Oktober 2013, 20:05
von This is Sparta
Das Arbeitverfahren ist aber bei jedem Benzinbetriebenen Zweitakt Ottomotor gleich.
Klar,in die Technik der Saxonette muß man sich erst mal reinfitzen. Da nehmen die Motörchen auf jeden Fall eine Sonderstellung ein.

Nehmen wir mal das Mofa Simson SL1 aus der DDR...49cm³,Freilauf umschaltbar an der Riemenscheibe auf Fahrradbetrieb.
1Gang Automatikmotor ohne Getriebe und daher nur über 1:33 Gemisch geschmiert. Keilriemen des Motors,kommt von der Kupplungsglocke der zwei Backen Fliehkraftkupplung und wirkt auf die Riemenscheibe. Hinter der Riehmenscheibe ist ein Ritzel für die Motorkette die das Hinterrad antreibt. Auf der anderen Seite ist ein normaler Fahrradantrieb verbaut mit Freilauf. Vorn und Hinten sind Halbnaben Trommelbremsen die über Bowdenzüge am Lenker bedient werden.
Starten des Motors nur über Starterzug möglich.12mm Vergaser mit Tupfer.
Höchstgeschwindigkeit laut ABE 30Km/h und real meißt um die 40-45Km/h...wenn die Unterbrecherzündung gut eingestellt ist.
Legal fahrbar mit Mofaprüfbescheinigung.

Re: Saxonette und andere Zweitakter ein Vergleich

Verfasst: Mittwoch 9. Oktober 2013, 23:37
von Dieter-K
Sachs Mofamotoren sind im Zylinderbereich aufgebaut wie bei der Saxonette. Sackzylinder, Nikasilschicht und offene Überströmer.
Findet man übrigens auch bei Dolmar Motorsägen. Deren Motoren stammen ursprünglich auch von Sachs.

Der größte Unterschied liegt im Aufbau des Vergasers. Wer mit dem Mofavergaser klarkommt, wird ohne zugelesenes Wissen aus Foren nicht mit dem der Saxonette wirklich klar kommen. Oder bestenfalls nach ein paar Jahren, wenn überhaupt.

Mittlerweile bin ich auch zuversichtlich, dass ein größerer Teil der Leser wirklich weiß, wie so ein Zweitakter funktioniert.

Dieter

Re: Saxonette und andere Zweitakter ein Vergleich

Verfasst: Freitag 11. Oktober 2013, 12:29
von Sachso
Hallo Dieter ,
da kann ich Dir nur zustimmen. Als langjähriger Motorradfahrer anfangs mit Zweitaktern , später auch Zweitakt-Bootsmotoren , tue ich mich mit der Saxonette schwer. Nach mehreren Vergaserdemontagen , ohne etwas gefunden zu haben , hats mal geklappt mit guter Funktion . Nach 6 Wo. Standzeit ging wieder garnichts. Nach Zerlegen ,Düse ziehen , überall reinschauen , nichts finden , zusammenbauen , läuft wieder alles. Ich bin froh jemanden in Brandenburg mit Erfahrung zu haben , der mir gern behilflich ist. Ich glaube jeder Neueinsteiger braucht einen Paten.
VG Sachso