Hallo Dampframme und alle anderen Rückfallgeschädigten.
Ich will mich nicht als schadenfroher Besserwisser präsentieren, aber aus meiner Sicht verstehe ich die Ganze Diskussion nicht. An Hand der scherzhaften Auflistung von Bernd und der Kurzanalyse von Dieter-K einige weitere Anmerkungen von mir zum Thema.
Nicht ganz ernst zu nehmen, aber ein gutes Stück Wahrheit steckt drin.
Zitate von Bernd und mein Kommentar:
Nichtraucher sind unsozial!
Kommt darauf an von welcher Seite man es betrachtet.
Nichtraucher zahlen keine Tabaksteuer!
Sie prellen somit den Staat jährlich um Milliarden.
Richtig, das mache ich seit rund 35 Jahren und habe kein schlechtes Gewissen dabei.
Nichtraucher erkranken seltener, bringen somit die bedürftige Ärzteschaft um ihren Verdienst.
Richtig! Wenn ich mal viel Zeit habe bedauere ich diese armen Leute. Tatsächlich habe ich vor etwa 5 Jahren das letzte mal einen Besuch bei einem dieser armen Menschen absolviert, zahle aber brav meine Kassenbeiträge (werden von der Rente einbehalten). Was soll ich in einem Wartezimmer, wenn mir nichts fehlt. Mich langweilen und zusehen wenn andere (die betuchten Raucher ???) vorgezogen werden. AOK Mitglieder sind bei diesen armen Menschen (gemeint sind die Ärzte) nicht so beliebt. Ausnahmen bestätigen wie immer auch hier die Regel.
Nichtraucher werden älter als Raucher!
Somit liegen sie den Rentenversicherungsträgern länger auf der Tasche.
Richtig! Da habe ich in meiner Familie einige einschlägige Beweise. Die älteste aus meiner Sippe ist vor 7 Jahren erst mit 104 Jahren gestorben. Viele andere aus der Sippe starben erst um 90. Wie unsozial!
Andere, noch Lebende, sind 82 bis 97 Jahre alt. Ich habe kurz vor Weihnachten mein 76tes vollendet. Alles Nichtraucher.
Nichtraucher sind also maßgeblich am Zerfall des Sozialstaates beteiligt!
Falsch! Wenn der Staat die Tabaksteuer ganz der Gesundheitsvorsorge zur Verfügung stellen würde, müßten die notleidenden Krankenkassen die Beiträge nicht dauernd erhöhen. Pflegeversicherung !!!
Nichtraucher tragen durch ihre höhere Lebenserwartung zur Überbevölkerung bei!
Richtig! Ich lebe zum Schaden meiner Mitmenschen sehr gerne und denke nicht daran mich zum Nutzen der Gemeinschaft vorzeitig zu verabschieden.
Folge: Hunger, Leid und Elend, Gewalt, Krieg und schließlich der Untergang der Menschheit!!!
Falsch! Ein militanter Nichtraucher und seine Mitläufer (Mittäter) haben uns den 2. Weltkrieg beschert und erstmals in der Menschheitsgeschichte die industrielle Ausrottung ganzer Volksgruppen organisiert. Der östliche Kontrahent, ein (heimlicher?) Raucher, war um keinen Deut besser, eher schlimmer. Mütterliche Verwandte von mir waren Jahrzehnte lang im Gulag, nur weil sie Deutsche waren. Mein Großvater, Vater meiner Mutter, wurde erschossen weil er Pastor war. Für die Sowjets ein potentieller Konkurrent um die Volksgunst, das war für dieses verbrecherische System Grund genug ihn zu liquidieren. Eine andere Art der Ausrottung „unerwünschter Elemente“ Das ist aber kein Einzelschicksal, daß meinen Verwandten alleine widerfuhr. Das widerfuhr im Sowjetstaat Millionen Menschen, aller Rassen und Nationalitäten.
Haben Sie daran schon gedacht?
Wir Raucher schon!!!
Das lasse ich ohne Kommentar so stehen.
Oder glauben Sie etwa, wir rauchen nur so zum Spaß???
Na dann wünsche ich noch weitere qualvolle Stunden, Tage, Wochen, usw.
Im Übrigen, jedem Tierchen sein Pläsierchen. Solange in meiner unmittelbaren Gegenwart nicht geraucht wird sind mir die Rauchergewohnheiten anderer egal. Da wo traditionell geraucht wird gehe ich nicht hin. Es ist aber eine Unverschämtheit da wo das Rauchen untersagt ist, seine Mitbürger einzuräuchern. Ich habe einmal einem solchen Flegel (Jugendlicher um 18/20 Jahre) in der U-Bahn den Glimmstengel aus der Hand genommen und gelöscht. Ich hatte ihn zuvor darauf aufmerksam gemacht, daß das Rauchen in der U-Bahn untersagt ist. Der Bengel hat nur frech gegrinst und gefragt was ich dagegen tun will. Ich habe sehr schell und überraschend gehandelt. Der Flegel hat sich dann drohend vor mir aufgebaut. Ich bin aber nicht zurückgewichen, habe ihn ohne zu blinzeln scharf angeschaut und er hat sich an der nächsten Haltestelle getrollt. Ich habe nur darauf gewartet, daß er handgreiflich wird, dann hätte er ein paar Überraschungen erlebt. Ich habe für den Fall der Fälle ein paar fiese Tricks eingeübt. Offenbar hat er meine gespannte Erwartung bemerkt und den Schwanz eingekniffen. Das liegt jetzt etwa 10-12 Jahre zurück. Ich war schon im Opa-Alter, deshalb hat der Bursche vermutlich die freche Lippe riskiert. Er war übrigens nicht alleine, sein Kumpel hat nicht geraucht und sich rausgehalten.
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Die interessante Auflistung von Dieter-K und mein Kommentar dazu:
1. Nikotinsucht ist keineswegs eine leichte Sucht. Sie wird von Suchtexperten von der körperlichen Abhängigkeit her mit der Heroinsucht gleich gesetzt.
Beweisen kann ich es nicht, bin kein Experte. Für mich kann ich sagen, daß ich das für übertrieben halte. Ich habe aus persönlich begründeten Umständen mehrmals das Rauchen eingestellt (bis zu 6/8 Wochen), habe aber, als ich mir die Glimmstengel wieder leisten konnte, wieder geraucht. Erst als ich richtig wütend wurde (siehe -
http://www.motorfahrrad.eu/viewtopic.ph ... =10#p27797 ) habe ich das Rauchen gänzlich eingestellt. Mein Fazit daraus, ich hatte nie wirkliche Probleme damit das Rauchen einzustellen. Die ersten Tage war ich etwas gereizt, mehr aber nicht. Ich habe mich mal mit Leuten unterhalten die es wissen müssen, weil ich das Gerede darum nicht nachvollziehen kann. Offenbar bin ich für Süchte aller Art wenig anfällig, eine günstige Erbanlage? Auf einer anderen Ebene vielleicht auch ein Mangel an Genußfähigkeit. Ich habe immer wieder festgestellt, daß Dinge die anderen Spaß machten mich langweilten oder sogar abstießen. Der unbedingte Wille etwas zu tun oder zu lassen ist aber von ausschlaggebender Bedeutung. Somit kann ich nur dankbar sein, weil ich von meinen Vorfahren ein Erbe mitbekommen habe, daß mir einiges erspart und erleichtert.
2. Nikotinsucht soll (ich glaube es nicht) rein körperlich nach bereits zwei Tagen überwunden sein. Der Rest soll vom Kopf kommen bzw. psychisch bedingt sein. (meine Erfahrung: Das Psychische überwiegt vielleicht nach 10 Tagen.)
Da stimme ich voll zu.
3. Die Lunge hat sich nach sieben Jahren komplett erholt; so die veralterte Darstellung. Heute geht man von eher 15 Jahren aus.
Auch da bin ich kein Experte, aber ich habe noch heute einen sogenannten chronischen Reitzhusten. Ich bin früher deshalb mehrfach untersucht (geröntgt) worden, aber immer ohne besondere Ergebnisse. Vermutlich ist dieser Husten ein Erbe meiner Raucherzeit. In einem Raum in dem geraucht wird (wurde) ist dieser Reitzhusten sofort akut da. Allerdings bin ich in einem Raucherhaushalt (Vater und Mutter und die ganze väterliche Verwandtschaft rauchte) groß geworden.
4. Der Blutdruck reguliert sich innerhalb weniger Tage. Entsprechend schnell vermindert sich das primäre Risiko für Hirnschlag und Herzinfarkt.
Die Sekundärrisiken des Rauchens (Plaque-Bildung in den Adern) bestehen allerdings reichlich längerfristig
Ich hatte früher (schon als Kind) immer einen zu niedrigen Blutdruck. Etwa ein Jahr nachdem ich das Rauchen eingestellt hatte, hatte ich einen annähernd normalen Blutdruck. Wie das heute ist weiß ich nicht. Ich denke, heute habe ich schon altersbedingt und durch Übergewicht einen etwas zu hohen Blutdruck.
5. Nichtraucherküsse schmecken besser.
Das kann ich aus voller Überzeugung bestätigen. Ich rieche heute bei geringem Abstand (Armlänge) ob mein Gegenüber Raucher ist. Ich könnte auf Dauer nicht mehr mit einem Raucher(in) zusammen leben. Nicht aus Intoleranz, sondern weil ich den Geruch (und den Qualm) nicht mehr vertrage. Reitzhusten !!!
Aber schon zu der Zeit als ich noch geraucht habe, ist mir der Geruch von abgestandenem Tabakqualm unangenehm aufgefallen. Das hat sich später (nach meiner Raucherzeit) noch verstärkt.
6. Wer raucht und Tauben hält, sieht sein Geld in der Luft fliegen.
Die Kehrseite davon (die erfreuliche) habe ich am eigenen Leib erfahren. Nachdem ich das Rauchen eingestellt hatte, hatte ich plötzlich erheblich mehr Geld zur freien Verfügung. Das habe ich dann für Dinge ausgegeben, die ich mir früher verkneifen mußte. Also nichts gespart, nur etwas mehr Kram (z.B. Bücher) gewonnen.
Das Ganze ist ein unendliches Thema. Ich beurteile niemanden danach ob, wann und wo er raucht. Hauptsache ist er verletzt nicht die Rechte und die Gesundheit seiner Mitbürger.
Verzeiht mir den etwas lang geratenen Beitrag.
Gruß an alle, besonders an die reuigen (zufriedenen, wieder friedlichen) Rückfälligen.
Yogi (Jörg)