Polrad Lebensdauer

Saxonette, Spartamet und andere
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ducati01
Beiträge: 89
Registriert: Mittwoch 22. Oktober 2008, 17:11
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Re: Polrad Lebensdauer

Beitrag von ducati01 »

[quote="Sparky"]Hallo zusammen,
Dieters Erklärung, dass der Zinkdruckguss mit der Zeit deutlich an Festigkeit verliert,
kann theoretisch mit einer Rekristallisierung des Materials gut erklärt werden:
Direkt nach der Fertigung liegt ein sehr feinkristallines festes Gefüge vor.
Im Laufe der Zeit rekristallisiert das Zink dann (begünstigt durch hohe Temperaturen),
was gut mit einem "Weichglühen" vergleichbar ist (bekannt von Eisen, Kupfer...).
Dabei wachsen die großen Kristalle auf Kosten der kleinen,
und am Ende ist das Gefüge viel weicher als vorher.


Hallo,
handelt es sich hier um die berühmte Zinkpest, welche bei alten Modelleisenbahnen und anderen Teilen auftritt?
Gruß
Klaus
Vor dem einschalten der Zündung, den Verstand einschalten *THUMBS UP* :* :/
Sparky

Re: Polrad Lebensdauer

Beitrag von Sparky »

Hallo,
die "Zinkpest" ist doch eher ein Korrosionsproblem,
verursacht durch eine unreine/ungenau zusammengemischte Druckgusslegierung.
Diese Korrosion frisst sich entlang der Korngrenzen in's Material hinein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Zinkh%C3%BCtte
(Suchen auf der Seite: "Feinzink").
Mit dem Weichwerden der Legierung durch Rekristallisation hat das nichts zu tun...
Grüße - Sparky
Zuletzt geändert von Sparky am Dienstag 17. August 2010, 22:43, insgesamt 1-mal geändert.
Sparky

Re: Polrad Lebensdauer

Beitrag von Sparky »

Rudi hat geschrieben: Wenn der Kolben anfängt zu "Knarren" dann ist es schon zu spät...
Hallo Rudi,
...eben nicht! Das ist einfach nur rechtzeitig aufgehört zu fahren!!!
Es gibt einen Übergangsbereich zwischen den beiden Betriebszuständen
"Kolben frei beweglich" und "Kolben sitzt fest im Zylinder".
Und genau das ist er!
Noch einmal: Man spürt das "Knarrzen" NICHT beim Fahren,
sondern wenn man aufhört damit und dann sofort testweise
1. LANGSAM am Starterseil zieht, unter der Bedingung,
2. dass der Kolben extrem wenig Laufspiel hat, weil er sehr heiß ist.

Auch wenn noch Öl da ist, spürt man jetzt eben das knappe Kolbenspiel,
weil die hydrodynamische Schmierung sozusagen "im Keller" ist (wegen langsam!!!).
Das ist dann noch kein Fresser oder Klemmer, aber es wäre bald einer geworden.
Das ist auch keine Theorie, sondern eine gespürte Tatsache.

Wer dagegen immer nur seinen E-Starter benutzt, der merkt davon
so wenig wie einer, der ein Dekoventil hat und die Kompression spüren will.
(Ist doch wahr...) :/
Grüße - Sparky
Dieter-K

Re: Polrad Lebensdauer

Beitrag von Dieter-K »

Hallo Sparky,

zur Zinkpest habe ich gar nichts rausgesucht.
Zinklegierungen sind einfach ein Billigstmaterial für schnellste Produktion und niedrigste Produktionskosten.

Zinkpest war vor allem in der Mitte des letzten Jahrhunderts ein Thema.
Die schlechten mechanischen Eigenschaften und die chemische Anfälligkeit sind es für mich immer noch, entgegen allen Behauptungen der Zink-Lobby.

Dieter
Dieter-K

Re: Polrad Lebensdauer

Beitrag von Dieter-K »

Jetzt habe ich mich etwas belesen.
Roooco und Määärklin (seines Zeichens an dieser Stelle falsch geschriebene Modellbahnhersteller) haben sogar nach 2000 Probleme mit Zinkpest bei ihren Lokomotiven gehabt.
Teilweise wurde Produktion in China vermutet, ohne dass das bewiesen ist.

Ist mir ziemlich gleichgültig. Unsere neuesten Polräder stammmen ja auch...
aus China.

Und nicht vergessen: Unsere super-sensiblen Vergaser sind ebenfalls aus einer Zinklegierung.
Da hat Aluminium nicht mal neben gelegen. Das Gewicht spricht doch Bände!

Dieter
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