Getunt oder serienmäßig unterwegs - Folgen bei Unfall

Saxonette, Spartamet und andere
Dieter-K

Getunt oder serienmäßig unterwegs - Folgen bei Unfall

Beitrag von Dieter-K »

Verharmlosung der Problematik Tuning ist nicht angebracht. Übertriebene Ängstlichkeit scheint mir auch nicht das Richtige zu sein.
Man sollte sein Verhalten im Straßenverkehr darauf ausrichten, am besten durch defensive Fahrweise in brenzligen Situationen. Je mehr getunt, umso defensiver.

Schneller als für den Fahrzeugtyp erlaubt an einem Unfall beteiligt sein, wird immer zu Problemen bei einem Rechtsstreit führen.
Darüber bin ich mir im klaren. Wenn die Kiste 40 fahren kann, der Unfall passiert aber nur bei 20km/h, dann wäre soweit für den Frisierer noch alles im grünen Bereich. Die Gegenseite wird die 20km/h immer anzweifeln, und der Beweis, wirklich nicht schneller gefahren zu sein, dürfte sehr schwer fallen.

Leider werden vor Gericht massenhaft Behauptungen aufgestellt und Fehlverhalten unterstellt. Das ist Teil der gegnerischen Strategie.
So könnte durchaus einem verunfallten Fahrer einer ungetunten Saxonette unterstellt werden, er sei viel zu schnell gefahren. Er sei für den (pennenden) Autofahrer aus dem Nichts aufgetaucht und das Leichtmofa müsse wohl frisiert sein. Spätestens dann geht das Fahrzeug zum Gutachter.

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Entspannt kann man dagegen bei einem Auffahrunfall sein, wenn der Unfallgegner von hinten kam.

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Ein interessanter Link. Hier beleuchtet ein Anwalt die Problematik m.E. ziemlich neutral. Sollte jeder aufmerksam lesen und die eigenen Schlüsse ziehen.

http://www.anwalt24.de/beitraege-news/f ... ommerthema

Grüße - Dieter
Nobile
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Re: Getunt oder serienmäßig unterwegs - Folgen bei Unfall

Beitrag von Nobile »

Tach die Runde
Richtig Dieter,denn wenn jemand mal nenn Satz bei 18Km/h gemacht hat und sich Später im Spiegel anschaut überlegt sich die Tunerei, abgesehen von den Straf und Kosten die Danach mit voller wucht auftreten
Mfg Paul
Schattenfell

Re: Getunt oder serienmäßig unterwegs - Folgen bei Unfall

Beitrag von Schattenfell »

Hallo Dieter,
ich finde es gut, dass du hier nen eigenen Thread zu dem Thema geöffnet hast. Ich habe mit Interesse den Kommentar des RAs gelesen. Wenn auch manches in dem Artikel für die meisten von uns weniger relevant ist, so weist der Autor darauf hin, und in dem Punkt betrifft es m.E. uns alle, dass im Schadensfall die Versicherung zunächst bei Unfällen mit getunten Mofas zahlt, dann aber sehr wohl den Verursacher in Regress zu nehmen vermag und dann ist das Gejammer wahrscheinlich groß. Mich bestärkt das in meiner Entscheidung, in dieser Richtung keine Manipulationen an meinen Lütten vorzunehmen.
Interessant und im juristischen Grauzonenbereich fand ich den Hinweis, dass offenbar etliche Mofas die vorgeschriebenen 25 km herstellerseitig nicht einhalten. Es ist unklar, ob hier der Hersteller in Regress genommen werden kann. Zunächst - auch hier der Hinweis des Autors - ist der Halter für sein Fahrzeug verantwortlich. Das betrifft auch mich, denn meine zuletzt gekaufte Luxus hat das schwarze CDI-Modul (offenbar werksseitig so ausgerüstet), was, so der Hinweis von Kolbenfressser, bereits Tuning darstellt, da es das Abriegeln bei 20 kmh , aus welchen Gründen auch immer, unterbindet.
Danke für den Link, ich habe meine Schlüsse daraus gezogen. *THUMBS UP*
Saxo Fan

Re: Getunt oder serienmäßig unterwegs - Folgen bei Unfall

Beitrag von Saxo Fan »

Liebe Saxo Gemeinde

Unfall mit einen zu schnellen Mofa

Ich habe mal gelesen das die Versicherrung nur einen Regress von 5000 Euro fordern darf.Den Rest des Schadens muss die Versicherrung zahlen.

Ich muss leider davon ausgehen das wenn man mit dem Tuning Modul fährt auch schon die Probleme mit der Versicherrung hat. Durch das

Modul fährt die bis zu 25km. Das selbe gilt natürlich wohl auch für den NL Motor.

Lasse misch aber gerne zu dem Thema noch belehren.

Gruß

Rainer
Urban

Re: Getunt oder serienmäßig unterwegs - Folgen bei Unfall

Beitrag von Urban »

Die Versicherung kann nur Regress bis zu 5000,-€nehmen, wenn grobe Fahrlässigkeit vorliegt.
Außerdem muß zb bei einem Unfall erstmal nachgewiesen werden das zb das Tuning zum Unfall geführt hat oder ihn verschlimmert hat, da dieser Beweis schwierig ist zahlt die Versicherung meistens
Dieter-K

Re: Getunt oder serienmäßig unterwegs - Folgen bei Unfall

Beitrag von Dieter-K »

Ihr liegt ja alle richtig! Darum schrieb ich auch oben, jeder möge seine eigenen Schlüsse ziehen.
Am besten ist es immer, wenn erst gar nicht der Verdacht aufkommt, man könnte frisiert haben.

@Nobile:
Mit etwa 30km/h habe ich mich letztes Jahr auf den Appel gelegt. Schürfwunden im Gesicht, das war's. Hätte kaum schlimmer ausgehen können, weil ich mit Lederhandschuhen und Lederjacke unterwegs war und einem nicht ECE-konformem Halbschalenhelm.
An diesem Sturz war aber niemand sonst beteiligt, nur die Straßenbahnschiene, das Kopfsteinpflaster und ich. Sowas geht praktisch immer glimpflich aus, wenn die Reflexe noch o.k. sind und man nicht kalkspröde Knochen hat.
Bild008klein.jpg
Bild008klein.jpg (111.28 KiB) 5409 mal betrachtet
Dieter
goodhubi

Re: Getunt oder serienmäßig unterwegs - Folgen bei Unfall

Beitrag von goodhubi »

nee,nee.... das kann ganz heisse rechtsfolgen haben !

stellen wir uns mal folgendes szenario vor:

Saxonettenfahrer X fährt mit seiner hochgetunten saxonette durch ne spielstrasse, wird mit angenommenen 43km/h dort geblitzt und danach läuft ihm noch n kind vor die saxonette, das den zusammenstoss nicht überlebt... was n dann ?
die staatsanwaltschaft wird draus ein fahren ohne abe und ohne führerschein und eine fahrlässige tötung, rspt. unfall mit todesfolge anklagen.. was denn sonst?
...und die versicherung wird nix, aber auch gar nix zahlen !

okay, das ist ein angenommener worst case, ein fiktives unfallszenario... aber nach tschernobyl und fokuschima sollte man sowas nicht ausschliessen, denk ich..

auch wenn "nur" ein Tuning-Modul verbaut ist und personenschaden eintritt wird die saxonette beschlagnahmt und begutachtet!

so, wollts nur loswerden...
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Sporti
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Re: Getunt oder serienmäßig unterwegs - Folgen bei Unfall

Beitrag von Sporti »

Hallo Goodhubi,
recht haste,
Aber wer 43 schnell fahren kann, fährt nicht mit 43 überall schnell , schon gar nicht über eine Spielstraße. Wenn dann was passiert, ist es egal. ob getunt oder nicht.
Übrigens: Ich bin heute ganz legal mit 55 Km/h einen Berg herunter gefahren. Ohne Motor. Aber da waren auch keine Kinder unterwegs. Berghoch komme ich da nur mit 15 km/h und kräftig mittreten.


Sporti
Webseite: http://fambalser.wix.com/balser
3D-Saxonetten Druckteile: https://www.thingiverse.com/sportidesign/designs
Sporti's Garage Filme:https://www.youtube.com/channel/UCa9fKgCiEQWCgFEA7RKaXxg?view_as=subscriber
goodhubi

Re: Getunt oder serienmäßig unterwegs - Folgen bei Unfall

Beitrag von goodhubi »

eia, ich geh davon aus, dass alle hier vernünftig sind, keine frage !

was ich aber zum ausdruck bringen wollte war, dass hier alle nur von nem finanziellen schaden ausgehen, aber bei personenschäden alles anders aussieht. selbst wenn dir eine getunte saxonette geklaut wird und der dieb damit jemanden totfährt biste mit drin....
Urban

Re: Getunt oder serienmäßig unterwegs - Folgen bei Unfall

Beitrag von Urban »

Grobe Fahrlässigkeit ist grobe Fahrlässigkeit, egal ob getunt oder Serie.
Die Versicherung muß den entstandenen Schaden im Haftpflichtbereich in jedem Falle zahlen und kann sich nur einen festgelegten teil wiederholen der aber 5000 € nicht überschreitet.
Anders kann das bei Vollkasko oder der eigenen Unfallversicherung aussehen, also beim eigenen Schaden...muß aber nicht zwingend sein, weil die Versicherung nachweisen muss, das das Tuning den Unfall herbeifûhrte oder verschlimmerte.
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