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Re: Digitalzuendung Saxonette

Verfasst: Mittwoch 30. März 2016, 20:44
von TomL
Hallo,

ihr habt ja recht, man kann sich ja auch täuschen.

Aber ob jetzt ein PIC den Zündzeitpunkt "berechnet", der ansonsten in China produziertes Kinderspielzeug blinken und wackeln lässt und trotz dessen Unterstützung ich die Zündkennlinie nicht beeinflussen kann oder ob das analog durch den einfach nur drehzahlsynchron schaltenden Thyristor passiert bringt für den Saxonettenmotor erstmal keinen für mich erkennbaren Vorteil.

Wenn man da wirklich was Neues bauen will, dann geht das möglicherweise auch mit so einem Baustein. Aber dann muss man es auch entsprechend dokumentieren. Für mich geht es nicht darum, das es einfach unbedingt "digital" bzw. rechnerkontrolliert sein muss, sondern da müssen schon eindeutige Vorteile erkennbar sein - wie eben die Möglichkeit, die Zündkennlinie selber festzulegen. Und es muss lange halten. Wenn das Teil nach ein paar hundert Kilometern regelmäßig ausfällt will das doch wirklich niemand haben. Ich persönlich könnte das jedenfalls nicht gebrauchen, denn ich fahre äußerst ungern zu Fuß nach Hause. Für eine dauerhafte Funktion ist aber eine vernünftige Konstruktion erforderlich - zuverlässig wie beim Original eben.

Wie schon gesagt, auch das Analog- Modul lässt sich anpassen und funktioniert sehr zuverlässig. Und es geht ja auch komplett CDI- frei mit entsprechender Zündspule.

Also, was soll der Hype - nur damit ich neben dem Tacho noch einen Rechner an der Kiste habe, der alle 5 Minuten den Motor ausschaltet... das brauch ich einfach nicht. Da ist ja das original "Drosselmodul" noch harmlos gegen.

Nix für ungut, macht immer wieder Spaß zu diskutieren hier. Aber ich bau` mir doch auch in meine Taschenlampe keinen Rechner ein... oder? --> LED Taschenlampen haben das. Dafür können sie dann halbe Leistung und s.o.s. blinken... Wer´s braucht...

VG TomL

Re: Digitalzuendung Saxonette

Verfasst: Mittwoch 30. März 2016, 22:56
von Dieter-K
Lieber TomL,

die kostenlosen Module schalten nach 5 Minuten aus. Wenn später mal (hoffentlich) alles optimal läuft, dann entfällt dieses fünf minütliche Abschalten natürlich.
Boh äh, jetzt mach ich schon Statements für fremde Zündungen...

Kraftfahrzeuge sind nicht in allen Punkten dein Fachgebiet, ne? :wink:
Aber Zündungen sind es mit Sicherheit nicht. Erforderliche Zündzeitpunkte sind vermutlich Rätselraten wie bei geschätzt 90% hier.
Woher soll man das auch wissen, wenn man - außer der Höchstgeschwindigkeit - nichts messen kann?

Liebe Leser,

qualifizierte Aussagen über eine Leistung optimierende Zündung sollten nicht bei einer 32km/h lahmen Saxonette herausgefunden worden sein. Einfach 10 km/h drauflegen, dann hat man das seit fast zehn Jahren erreichte Niveau begriffen. Sehr ordentlich getunte NL-Motoren schaffen noch rund eine Fußgängergeschwindigkeit mehr. Bin so ein Teil in Schleswig-Holstein selbst gefahren. Wenn ich von Geschwindigkeiten rede, meine ich immer die Ebene und Windstille. In Gegenrichtung muss das gleiche auf der Uhr stehen, sonst poste ich erst gar nicht.

So ein Kommentar wie meiner hier, ist wohl einmal im Jahr nötig, damit Neuzugänge eine Orientierung haben. Was wirklich geht oder nicht geht, sieht man sehr schön, wenn wir uns zwischendurch mal treffen. Alles Andere ist Facebook: viel vortragen, Unsinn propagieren und Dinge von sich geben, die kein Mensch nachprüfen kann.

Nette Grüße, die Alle zurück auf den Teppich holen sollen - Dieter

Re: Digitalzuendung Saxonette

Verfasst: Samstag 2. April 2016, 19:29
von TomL
Lieber Dieter-K,

okay, ihr habt alle messbar Ahnung ohne Ende.

Ich habe aber auch schon Polräder in Richtung Frühzündung verdreht, als es noch keine 30ccm- Saxonetten gab und die Zündanlagen nicht nur ohne Rechner, sondern auch ohne jegliche Elektronik funktionierten. Und ob das erfolgreich ist sagt mir regelmäßig mein Hinterteil, je nachdem ob es mehr oder weniger kräftig angeschoben wird.

Euren Saxomin und seine Digitalzündung, die alle 5 Minuten abschaltet halte ich für einen gelungenen, aber dennoch fragwürdigen Aprilscherz. Fragwürdig insofern: wenn ein Forenbetreiber solch einen Fake über Monate sozusagen von langer Hand vorbereitet stellt sich mir dann doch die Frage, inwieweit er das Forum und die tatsächlichen Probleme und Fragen der Mitglieder überhaupt noch ernst nimmt. War ja aber auch sehr ruhig sonst. Und eine nette Idee, um nochmal das Thema aufzugreifen. Und vielleicht baut das ja doch noch mal jemand so, wie es richtig sinnvoll wäre...

Liebe Grüße

TomL

Re: Digitalzuendung Saxonette

Verfasst: Samstag 2. April 2016, 19:47
von Moppel57
Lieber TomL. Du schreibst immer für nicht Elektroniker wie mich sehr interessant. Stellst aber pausenlos Bens Idee oder auch als Fake an den Pranger. Also mein Ben Modul funktioniert. Auch wenn noch nicht tadellos. Aber Du schreibst immer nur wie es gehen könnte. Nun, wenn Du doch genau weißt, warum überzeugst Du uns nicht mit Ergebnissen. Mein Rat. Wer was kann und es raus schreit sollte es auch beweisen! Mit Fakten! Ich für meinen Fall wenn es sich nicht doch noch als genialen Aprilscherz outed gebe dem Ben noch etliche Changsen das Modul so zu programmieren bis es passt. So ein Ding bastelt man nicht an einem WE. Da braucht es Erfahrungswerte die der Ben eigentlich aus seiner noch so kurzen Saxokarriere gar nicht haben kann. Also, gib erstmal Ruhe oder beweise das Du es besser kannst. Gr. Moppel57

Re: Digitalzuendung Saxonette

Verfasst: Samstag 2. April 2016, 20:33
von Sporti
Zur Erinnerung: Saxomin schrieb am 20 März:
Ich werde 5 Module zu Testzwecken aufbauen und diese verschenken um das Potential dieser Erfindung auch anderen zu Testzwecken zugaenglich zu machen. Diese 5 Module werden eine zeitliche Begrenzung von ca. 15 minuten Vollgas haben, danach geht der Motor aus, kann aber sofort neu gestartet werden.
Also erstens waren es nicht 5 Minuten und zweitens handelt es sich nicht um eine Fehlfunktion sondern um eine gewollte nur für Prototypen.
Kann ich verstehen.
Vielleicht sollte ein gewisser TomL mal alles nochmel genau durchlesen.
Für mich ist es jedenfalls kein Aprilscherz.
Und daß Dinge, die man konstruiert, nicht auf Anhieb so funktionieren, wie sie sollen, weiß ich aus eigener Erfahrung. Da gibt es immer einige Änderungsschleifen.

Sporti

Re: Digitalzuendung Saxonette

Verfasst: Samstag 2. April 2016, 22:46
von TomL
Hallo,

also man kann immer irgendwo einen Rechner einbauen, wo er prinzipiell gar nicht gebraucht wird. Wird oft gemacht, weil´s in der Menge billiger ist als die Produktion einer analogen Schaltung. Und wenn die Mimik dann nicht so funktioniert wie sie sollte, heißt es immer: "wir haben ein Softwareproblem". Oder wie in unserem Fall noch dreister: "Das ist mit Absicht so programmiert".

Wie absurd ist denn die Idee der Laufzeitbegrenzung? Für mich äußerst aprilscherzverdächtig.

Aufgrund der undurchsichtigen Informationslage bin ich tatsächlich von einem raffiniert ausgetüftelten Aprilscherz ausgegangen, und das gerade auch nach mehrmaligem Durchlesen des Threads.

Bin mir da immer noch nicht ganz sicher, aber sollte es sich eben nicht um einen Aprilscherz handeln, möchte ich mich in aller Form für meine "Unterstellungen" entschuldigen.

Gleichzeitig möchte ich nochmal betonen, dass ich niemandem sein in der Entwicklung befindliches Projekt schlechtmachen wollte.

Viele Grüße

TomL

Re: Digitalzuendung Saxonette

Verfasst: Montag 4. April 2016, 00:22
von Dieter-K
Und ich habe meinen bösen Beitrag auf dein ursprüngliches Posting gelöscht. Ne?

Dieter

Re: Digitalzuendung Saxonette

Verfasst: Montag 4. April 2016, 15:59
von Claus
.....warum?? Soo böse war der nun auch nicht-und hat die Sache genau auf den Punkt gebracht...

Grüsse Claus

Re: Digitalzuendung Saxonette

Verfasst: Dienstag 5. April 2016, 01:01
von Dieter-K
Hei Claus,

dann weißt du das
und ich das
und TomL das
und ein paar Andere, die mir zustimmende PN geschrieben haben.

Wir sind gar nicht so, wie wir sein könnten.
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Also, ich habe auch eine Digitalzündung von Saxomin bekommen.
Sie ist digital, soweit ich das mit Lupe (bin schließlich altersweitsichtig) erkennen konnte.
Angebaut habe ich sie indes nicht. Wohin auch außer an meinen Dummy-Prüfstand?
An meinen Renner kommt eine neu entwickelte :handshake: Experimentalzündung erst mal nicht.

Danke, Benjamin, dass du mich auch bedacht hast.

(Das unten ist jetzt in Großschrift und sollte man sich merken:)
Das T-Modul hat eine lausige Zündkurve.
Fallende Kennlinien sind bei Motorrädern normal und sinnvoll.
Damit erhält der Fahrer das Signal, dass er den nächst höheren Gang einlegen soll, weil das maximale Drehmoment überschritten ist. Höher drehen bringt zwar noch etwas mehr Leistung, aber das Drehmoment fällt immer mehr. Dann bringt Hochschalten spürbar mehr, als den Motor mit Drehzahlen zu quälen.
Bei optimaler Zylinderfüllung braucht kein Mensch viel Frühzündung. Im Gegenteil. Wenn alles optimal in der Strömungsmaschine abläuft, befindet sich optimales Gemisch im Brennraum. Wer das zu früh anzündet, schadet Kolben, Zylinder, Lagern besonders. Die Mechanik wird stark belastet. Die Verbrennung bremst dann nämlich die Noch-Aufwärtsbewegung des Kolbens. Frühzündung heißt nämlich, dass gezündet wird, bevor der Kolben oben ist. Quasi in die Faust von Klitschko laufen.
(Großschrift aus.)

Wo die Verhältnisse optimal sind, liefert der Motor das höchste Drehmoment. Im Falle einer deutsch übersetzten Saxonette ist das bei etwa 13km/h der Fall, bei der NL-Übersetzung bei etwa 17km/h. Damit weiß man (echt für alle Schlaumeier hier), dass der Serienzündzeitpunkt um die 20° den optimalen Motorlauf bei Serienmotoren erzielt.

Was machen wir? Wir optimieren Im Hinblick auf mehr Höchstgeschwindigkeit als die 20km/h,
Den 2, Gang kann niemand einlegen, denn den gibt es nicht.
Also wird mit allen Mitteln der einzige Gang ausgelutscht bis zur Schmerzgrenze. Und das funktioniert bei sonst kaum verändertem Motor mit einem vorverlegten Zündzeitpunkt.

Gründe:
Das Gemisch oberhalb des optimalen Drehmoments wird immer schlechter. Es kommt konstruktionsbedingt nicht genug Benzin-Luftgemisch im Zylinder an. Damit dieser klägliche Rest noch etwas Leistung abgibt, muss der früh angezündet werden.

Tuningmaßnahmen verbessern die Füllung des Zylinders. Je mehr der Zylinder ordentlich gefüllt ist, umso später muss das Gemisch angezündet werden. Klar, brennt einfach besser, wenn alles gut passt.

Also folgt für einen wirklich passenden Zündzeitpunkt diese Regel BEI DER SAXONETTE:

Unten herum ist der Originalzündpunkt am besten. (Um die 22°, sicher nicht mehr!)
Je schlechter das Tuning und je schlechter die Füllung des Zylinders, desto mehr Frühzündung braucht man aber bei hoher Drehzahl.
Mein Motor zeigt seine beste Leistung mit 28° vor OT. Das hat mein Leistungsprüfstand gezeigt.
Wer anders optimiert hat, wird vielleicht mehr als 28° benötigen.
Viele hier lieben ihre watt-weiß-ich Frühzündung. Mehr als 35° sind in meinen Augen immer noch reinstes Verzweifelungstuning und die Hoffnung auf leichtes Gefälle in Verbindung mit der passenden Windrichtung. UND DAVON GEHE ICH BIS HEUTE NICHT AB! Typisch für Leute, die genügend Verheiz-Motoren in der Ecke liegen haben.

Eine Zündung muss so programmiert sein, dass die Zündkurve möglichst genau eingehalten wird. +/- 5 Grad oder gar mehr sind ein Armutszeugnis. Dann muss nachgelegt werden!
Ich werde meinen Motor nicht bei 7500/min mit 28° +/- 5° zünden. Das bedeutet nämlich, dass der Zündzeitpunkt zwischen 23° und 33° liegt. Das ist dann eine Schlackerzündung, und der Programmierer muss fleißiger werden.

Ein Leerlauf will auch seinen Zündzeitpunkt für optimale Stabilität.
Ich lache heute noch und schüttele den Kopf, wie die BZM-Spulen einfach an der Ampel ausgingen. Typische Schrottspule, die maximale Geschwindigkeit ermöglichte (vor Jahren!).
Meine hat mir auch niemand mehr abgekauft, obwohl ich mit der nur bis Lidl (600m) gefahren bin. Den Rückweg hab' ich freiwillig getreten, ohne Motor. Ruiniere doch nicht wochenlange Arbeit!

Das war doch mal wieder ein netter Einblick nach vielen Jahren von meiner Seite. Und das ist auch noch öffentlich zu lesen - ich fass' es nicht.
Zugelassen ist meine Saxonette übrigens als Kleinkraftrad bis 45 km/h. Muss ich immer mal wieder sagen, damit mich niemand in die böse Ecke schiebt.

Ich fahre allerdings auch einen selbst konstruierten Zahnradsatz, der das Getriebe zum Langgetriebe macht. Höher als 7100/min komme ich in der Ebene nicht. Umso wichtiger wird da die Kraft von unten. Meine Karre zieht ab 15 km/h besser als das deutsche Original. Im Gefälle geht das Ding offiziell rasend schnell, weil im TÜV-Gutachten "ungedrosselt" bzw keine Beschränkung eingetragen ist.

:wink: - Dieter

Mein Prototyp der zweiten Entwicklungsstufe im Video: https://www.youtube.com/watch?v=1VxPs5P8joU
Das ist keine Eigenwerbung, denn ich baue keine Zündung mehr. Das Video soll zeigen, wo wir von der Genauigkeit so ungefähr hin sollten.
Im Leerlaufbereich gibt es damals noch ein paar Bugs. Dann blieb nämlich das Stroboskop dunkel. *THUMBS DOWN*:

Re: Digitalzuendung Saxonette

Verfasst: Donnerstag 7. April 2016, 22:15
von Dieter-K
Mein Posting oben war ja schon bald wie in der Kirche: immer das gleiche. :mcgreen:

Also, will sagen, dass man sich das Ganze in der Praxis mal mit einem Stroboskop ganz genau ansehen sollte.
Ich hab ein Stroboskop und verleih das sogar...

Dieter