Hallo Bernd,
1,5 Tage gewartet, das ist ja nicht so lange.
Ich bin manchmal auch - sagen wir mal - weg. Woanders.
Ich schaue nicht täglich in's Forum.
Ich weiß auch nicht, ob Du jetzt Deinen ursprünglichen Thread meinst oder diesen hier.
Den hat Dieter ja abgezweigt - davon wußte ich auch erstmal nichts.
Wie auch immer, ich kann Deine Frage jetzt nur noch erahnen:
Was hat es mit dem kurzen Zugweg, bis es wuppt, von UT+x bis OT,
und dem langen von OT bis UT+x auf sich? Das will ich gerne erklären:
Wenn man langsam und mit wenig Kraft (!) am Starterseil zieht,
dann kann sich kaum Kompression aufbauen, weil das Gas langsam am Kolbenring vorbeizischt.
Irgendwann auf dem Weg von UT+x nach OT kommt man aber OT so nahe,
dass die minimale Zugkraft doch dazu ausreicht, OT zu überwinden (das nenne ich Wupp).
Nach diesem Wupp ist man knapp hinter OT, saugend, mit Unterdruck im Gasraum vor'm Kolben.
Wenn man jetzt sachte gegen diesen Unterdruck weiterzieht, kommt man via Undichtigkeiten
ganz ähnlich von ca. OT bis zu dem Punkt, bis der Auslass öffnet, was zu einem erneuten Wupp führt.
ABER: Ein neuer Zugwiderstand wird erst spürbar, wenn der Auslass bei UT+x wieder geschlossen ist.
Dieser im Vergleich zum OT-Wupp zusätzliche Kurbelwinkel führt zu dem Betrag x.
Darum ist der Zugweg (Kurbelwinkel) von UT+x bis OT spürbar kürzer als der lange Weg von OT nach UT+x.
So kann man erkennen, dass man knapp hinter OT ist. Und hört dann auf zu ziehen.
ODER man zieht den bekanntermaßen um UT herum stoppenden Kolben
immer nur bis hinter den NÄCHSTEN Wupp, weil der dann knapp hinter OT ist.
Am genauesten erreicht man OT, wenn man es dabei gar nicht Wuppen lässt,
sondern schon beim spürbaren Beginn des "einfacheren" Ziehens aufhört zu ziehen.
So genau muss das aber gar nicht sein. OT +/- 60° reicht doch völlig!
Ich behaupte nicht, dass der Kolben immer mit offenem Auslass und Überströmer stehenbleibt.
Er bleibt aber immer in UT-Nähe stehen. Dort besteht ein Risiko von grob geschätzt 50%,
dass er das so tut wie oben beschrieben, also mit Korrosionsgefahr.
Dieses Risiko ist nur mit planmäßigem Ziehen auf OT-Nähe auszuschließen.
Und diese kleine Mühe sollte uns das Motorchen doch wert sein...
Grüße - Sparky
Nachtrag: Mit Dekoventil ist schneller erklärt, erfordert aber mehr Feingefühl.
Man muss spüren lernen, wann die Polradmagnete am Zündspuleneisen vorbeifahren.
Ich kenne es nur als kleine "Unebenheit" beim Ziehen nach OT mit Kompression, nicht als reinen Effekt.
Ohne Kompression sollte es besser zu spüren sein. Kurz danach aufhören zu ziehen: Kolben etwa an OT.