Hallo!
Mein Möff ist ja auch andauernd abgesoffen.
Zunächst habe ich die Membran kontrolliert: die sah vom Zustand des Gummis sehr gut aus, aber der Stift hatte Ausblühungen, und vermutlich hatte dies eine minimale Undichtigkeit zur Folge.
Deswegen habe ich die Membran gegen eine Neue ausgetauscht.
Danach war es mit dem Absaufen deutlich besser, aber immer noch nicht ganz abgestellt.
Mit anderen Worten: anfangs genügten 1-2min Leerlauf damit der Motor kaum noch Gas annahm, nach 3-4min Leerlauf ging er ganz von alleine aus.
Mit der neuen Membran verdoppelten sich in etwa die Werte.
Nebeneffekt: Nach dem Starten muss ich nun deutlich länger den Choke drin lassen (kurz nach dem Starten auf etwa halbe Stellung) sonst geht der Motor wegen Spritmangel aus.
Wie gesagt, nach ein paar Minuten Radeln und tuckern im Leerlauf nimmt das Möff immer noch sehr unwillig Gas an, oder geht auch aus.
Also wieder den Vergaser ausgebaut und mit einer grossen Lupe mal ganz genau die Spitze der Schwimmernadel inspiziert.
Diese war ein wenig stumpf, aber nicht so stumpf als das man sich damit nicht etwa in den Finger pieksen könnte.
Somit habe ich den Schwimmer gegen einen Neuen ausgetauscht, und wegen der anderen Bauform (der Neue hat keinen Stift mehr unten) auch gleich die Schwimmerkammer dazu.
Mit dem neuen Schwimmer haben sich wiederum die Zeitwerte bis zum Absaufen in etwa verdoppelt: ich kann etwa 5-6min den Motor im Leerlauf tuckern lassen, er nimmt danach ohne (oder mit nur geringen) Schwierigkeiten Gas an.
Wird das Zeitintervall aber länger, so gibt es wieder Schwierigkeiten.
Nebeneffekt: bei flotter Fahrt (der Umwelt zuliebe habe ich das Tuning-Modul

) habe ich nun das Gefühl, das der Motor eher zuwenig Sprit bekommt, da er recht rau läuft. Mit einem neuen Mischrohr wird sich das aber hoffentlich geben, eventuell probiere ich es desweiteren mit einer 43'er Düse.
Lange Rede, kurzer Sinn:
ich vermute das Vergaser, die in die Jahre gekommen sind, nicht mehr auf einen optimale Spritzufuhr gebracht werden können.
Und ob die Ultraschallbadreinigung, die ich demnächst machen lasse, da etwas hilft bezweifel ich selber jetzt schon.
Das Problem ist doch, das die kleinen Vergaser aus dem weichen Zinkguss zum einen gerne Oberflächen-Oxidation bzw. sogar Korrosion zeigen.
Es darf nicht vergessen werden, das seinerzeit Ende der 80'er das Benzin noch zu 100% aus Benzin bestand, bevor dann irgendwann in den 90'er die Beimischung von 5% Alkohol und somit theoretisch auch von 5% Wasser (!) erfolgte.
Mich würde es nicht wundern, wenn heutzutage auch nomales Super (also E5), oder vielleicht sogar Super-Plus an so mancher Tankstelle in Wirklichkeit verkapptes E10 ist, also 10% Alkohol und 10% Wasser (!!!) im Benzin.
Und wenn man bedenkt, das zuweilen Bakterien die im Benzin enthaltenen Alkohol- und Wasser-Anteile zu Essigsäure umsetzen ...
Zum anderen muss in Betracht gezogen werden, das bei jeder nennenswerten Erschütterung der Schwimmer unkontrolliert hüpft und die Nadel dabei im Nadelsitz, oder auch mal daneben, anschlägt.
Vermutlich sollte der untere Stift im Schwimmer und die dazu gehörige Führung in der Schwimmerkammer bei den älteren Modellen diesen Effekt reduzieren.
Jedenfalls wird auf Dauer jede Nadel wieder stumpf (für teuer Geld austauschbar) und leider aber auch der Nadelsitz im umgekehrten Sinne stumpf (leider nicht austauschbar).
Ich werde mir jedenfalls einen Benzinhahn in die Spritleitung basteln, und mir angewöhnen längere Leerlaufphasen entweder zu vermeiden, oder eben Motor aus UND Benzinhahn zu.
Dem Gummistopfen in der Membran, und überhaupt dem ganzen merkwürdigen Schliessmechanismus, traue ich es nämlich nicht zu, das die Spritzufuhr auch tatsächlich im Fahrbetrieb (bzw. beim motorlosen Radeln) zuverlässig gestoppt ist.
Und wenn ich im Lotto gewinne, dann kaufe ich mir einen neuen Vergaser, und erfreue mich dann wohl für 1-2 Jahre an einem tadelosen Motorlauf.
Frank
