Ist eine Saxonette das richtige für mich?

Saxonette, Spartamet und andere
layer8

Ist eine Saxonette das richtige für mich?

Beitrag von layer8 »

Moinsen,
Ich bin der Peter, 38 und komme derzeit aus Gevelsberg. Bin seit 31 Jahren Radfahrer.
Zuvor lebte ich in Krefeld und Kiel - Also im Flachland und da war das Radeln einfach angenehm. Da ich jetzt täglich von Gevelsberg nach Hagen muss (je 17km) und mich die berge teilweise an meine Leistungsgrenze bringen, entschied ich mich, kommenden Monat die Mofa-Prüfbescheinigung zu machen.

Anfänglich wollte ich dann halt nen Roller haben, doch dann erinnerte ich mich, das ein damaliger Nachbar eine Saxonette hatte, kurz gegoogelt und entschieden: cool, ausreichend und vor allem: kultig!
kurzum: :willauch:
Denn preislich liegen sie teilweise etwas unter den Preisen von Mofas/Rollern - Das kommt mir sehr entgegen :)

Allerdings kamen zweifel auf, das es bei den Bergfahrten zu Problemen kommen könnte. Diese bedenken wurden nach ein wenig Querlesen und einigen YT-Videos halbwegs ausgeräumt.

Daher die Frage: Schaffen die Saxonetten die berge ohne größere Probleme? Wirklich steil ist mein Problem-Berg nicht (für die Ortskundigen: B7 in Gevelsberg zwischen Poeten und Eichholzstrasse). Ggf. Unterstützend Trampeln, richtig?

Eine weitere frage für die ich keine wirkliche Antwort gefunden habe, ist der Verbrauch. Da ich auch gerne mal weitere Strecken fahren w(u)erde, Interessiert mich das natürlich auch. Aber nur so grob. Schwesterns Roller verbraucht ~5 Liter auf 100km, die Saxonetten liegen -so wie ich gefunden habe- weit drunter, richtig?
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Sporti
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Re: Ist eine Saxonette das richtige für mich?

Beitrag von Sporti »

Also,
8 % Steigung müssen ohne mittrampeln gehen.
10 % Steigung mit etwas kräftigen mittrampeln, als wie ohne Motor bei 30km/h auf der Geraden.
15 % Steigung heißt: schieben, wenn diese länger ist. In Gevelsberg gibt es so eine Steigung Richtung Hattingen..
Die B7 müßte zu schaffen sein, ohne daß mitgetreten werden muß.
Der Verbrauch liegt bei 1,5 Litern.
Allerdings:
Wer nicht reparieren kann, z.B. Vergaser reinigen usw. und bei jedem Defekt den Fahrradhändler aufsuchen muß, ist mit einem Pedelec oder einem Mofa besser bedient. Das ist auf Dauer dann billiger.

Sporti
Webseite: http://fambalser.wix.com/balser
3D-Saxonetten Druckteile: https://www.thingiverse.com/sportidesign/designs
Sporti's Garage Filme:https://www.youtube.com/channel/UCa9fKgCiEQWCgFEA7RKaXxg?view_as=subscriber
Dieter-K

Re: Ist eine Saxonette das richtige für mich?

Beitrag von Dieter-K »

Sei gegrüßt, layer8,

17km hin und 17km zurück, und das über die Bundesstraße bei Wind und Wetter.
7000km im Jahr, Sonderfahrten nicht mit gerechnet.

Man kann das mit der Saxonette fahren. Besser finde ich persönlich, vier bis sechs Kilometer. Da nervt die niedrige Geschwindigkeit der Saxonette noch nicht so sehr. Wenn der Motor mal nicht will, kann man fluchend treten und kommt noch an.

Die Saxonette ist als Spaßinstrument gut. Sie will mit Obacht gefahren werden. Wir eingefleischten Fahrer sind eins mit unseren Motoren. Wir führen unsere Saxonetten aus, wie Liebhaber ihre wertvollen Oldtimer.
Für den täglichen Dauereinsatz müsste aber der Motor tip-top sein. Mangels Ersatzteilen gibt es kaum solche guten Motoren und man kann solche Motoren auch fast nicht mehr aufbauen. Alles, was als "generalüberholt" oder so ähnlich angepriesen wird, wurde regelmäßig mit Gebrauchtteilen so halbwegs auf Vordermann gebracht. Kolbenring erneuern, Simmerringe, Dichtungen, Kupplung sind keine Generalüberholung. Der Verkäufer glaubt an den guten Zustand. Ich bin da immer sehr, sehr skeptisch.

Ein 45km/h Roller mit Viertaktmotor dürfte die bessere Wahl sein. Die halten durch, es gibt Ersatzteile, sie sind in der Neuanschaffung billiger als die Saxonette war, sie verbrauchen etwa einen Liter mehr, fahren dafür doppelt so schnell, und sie schützen bei schlechtem Wetter den Fahrer weit besser.

http://www.adac.de/infotestrat/tests/mo ... ordId=2510

Jede Rollerwerkstatt kennt dieses Ding.
Mit der Saxonette schicken sie dich gleich vom Hof. Oder sie nehmen den Auftrag an, aber pfuschen nur herum, weil sie keine Ahnung von der Saxonette haben. Dafür schreiben sie noch eine Horror Rechnung. Das ist die Regel!

Grüße - Dieter
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Sporti
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Re: Ist eine Saxonette das richtige für mich?

Beitrag von Sporti »

Übrigens:
meine Harley mit 50 PS verbraucht auch 5 Liter, wie der Roller deiner Schwester.
Ein 50 er 2-taktroller müßte bis 3,5 Liter verbrauchen. ( So viel, weil er meist auf 45 km/h gedrosselt ist)
Ein 50er 4-takt Roller meist unter 2,5 Litern.
Einen Baumarktroller würde ich aber nicht kaufen.

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Dieter-K

Re: Ist eine Saxonette das richtige für mich?

Beitrag von Dieter-K »

Was der ADAC so Baumarkt-Roller nannte...
Jedenfalls laufen die Dinger zuverlässig, vergleichsweise kräftig, mit geringem Wartungsaufwand und Benzinverbrauch, ohne TÜV, also verhältnismäßig preiswert.
Drei Händler und Werkstätten rund um Gevelsberg für die Rex Schätzchen:

Nierlich, Hans-Peter
Mittelstr. 47
DE-58256 Ennepetal
Tel.: 02333-861041
Fax.: 02333-861042
kfznierlich@versanet.de
Entfernung: 2.19 km

Wernerïs Bike Service
Kölner Str. 199
DE-58256 Ennepetal
Tel.: 02333-87020
Fax.: 02333-87721
werners-bike-service@hotmail.de
Entfernung: 2.19 km

Motorradservcie-Sprockhövel
Quellenburgstr. 18
DE-45549 Sprockhövel
Tel.: 0173-2929681
Fax.: 0234-5167989
a.aufermann@yahoo.de
Entfernung: 6.87 km

Die nächste qualifizierte Saxonette "Werkstatt" findest du
? 16,6 km Mitglied A
?? 27,4 km Mitglied B
??? 32,8 km Mitglied C

Ersatzteile haben wir zwar, aber nicht wirklich im üblichen Sinne. Alles mehr oder minder gebraucht. Wir verkaufen überwiegend das Zweitbeste, denn das Beste brauchen wir ja im Notfall selber.

Desillusionierende (=bleib-auf-dem-Boden-) Grüße - Dieter
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Sporti
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Re: Ist eine Saxonette das richtige für mich?

Beitrag von Sporti »

Na gut,
dann kauf aber ja keinen auf 25 km/h gedrosselten Roller. Die sind das schrecklichste, was ich mir vorstellen kann.
Wenn ich die immer mit Höchstdrehzahl auf dem Randstreifenfahren mit 25 km/h fahren sehe. Grässlich.
Dann besser ein ehrliches Mofa., welches nicht diletantisch von 80 km/h (Für das sie ausgelegt sind) auf 25 km/h gedrosselt werden mußten.
Sporti
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layer8

Re: Ist eine Saxonette das richtige für mich?

Beitrag von layer8 »

Sporti hat geschrieben:Also,
8 % Steigung müssen ohne mittrampeln gehen.
10 % Steigung mit etwas kräftigen mittrampeln, als wie ohne Motor bei 30km/h auf der Geraden.
15 % Steigung heißt: schieben, wenn diese länger ist. In Gevelsberg gibt es so eine Steigung Richtung Hattingen..
Die B7 müßte zu schaffen sein, ohne daß mitgetreten werden muß.
Hört sich gut an.
Sporti hat geschrieben: Der Verbrauch liegt bei 1,5 Litern.
Hört sich noch besser an :D
Sporti hat geschrieben: Allerdings:
Wer nicht reparieren kann, z.B. Vergaser reinigen usw. und bei jedem Defekt den Fahrradhändler aufsuchen muß, ist mit einem Pedelec oder einem Mofa besser bedient. Das ist auf Dauer dann billiger.
Sporti
Handwerklich bin ich schon recht gut drauf. Das letzte mal sah eines meiner Räder eine Werkstatt so um 1990 von innen. Auch Motor-Technisch habe ich, bedingt durch Mutterns Peugeot 106 einiges dazugelernt in den letzten Jahren.

Dieter-K hat geschrieben:Sei gegrüßt, layer8,
17km hin und 17km zurück, und das über die Bundesstraße bei Wind und Wetter.
7000km im Jahr, Sonderfahrten nicht mit gerechnet.

Man kann das mit der Saxonette fahren. Besser finde ich persönlich, vier bis sechs Kilometer. Da nervt die niedrige Geschwindigkeit der Saxonette noch nicht so sehr. Wenn der Motor mal nicht will, kann man fluchend treten und kommt noch an.
Laut Schätz-O-Meter (Tacho) habe ich dies Jahr eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 12km/h.Bin eher so der gemütliche Fahrer, getreu dem Motto "Der Weg ist das Ziel".
Dieter-K hat geschrieben: Die Saxonette ist als Spaßinstrument gut. Sie will mit Obacht gefahren werden. Wir eingefleischten Fahrer sind eins mit unseren Motoren. Wir führen unsere Saxonetten aus, wie Liebhaber ihre wertvollen Oldtimer.
Für den täglichen Dauereinsatz müsste aber der Motor tip-top sein. Mangels Ersatzteilen gibt es kaum solche guten Motoren und man kann solche Motoren auch fast nicht mehr aufbauen. Alles, was als "generalüberholt" oder so ähnlich angepriesen wird, wurde regelmäßig mit Gebrauchtteilen so halbwegs auf Vordermann gebracht. Kolbenring erneuern, Simmerringe, Dichtungen, Kupplung sind keine Generalüberholung. Der Verkäufer glaubt an den guten Zustand. Ich bin da immer sehr, sehr skeptisch.
Skepsis ist immer gut. Das die Ersatzteilbeschaffung etwas schwerer ist, habe ich gestern Abend gelesen, nach dem ich meinen ersten Beitrag abgesetzt hatte. Ich werde mich mal über die Teile informieren und mich mit meinen Neffen kurzschließen, er ist begeisterter Mofo-Schrauber und Arbeitet als Dreher, vielleicht kann der mir ja dann helfen, wenn was sein sollte. Wenn ja, dann siehts gut aus mit meinen neuen Hobby (nach dem ich die Funkerei dran gegeben habe, brauch ich halt was anderes an Hobby ^^), wenn nicht ... hm, Najooo...
Sporti hat geschrieben:Na gut,
dann kauf aber ja keinen auf 25 km/h gedrosselten Roller. Die sind das schrecklichste, was ich mir vorstellen kann.
Wenn ich die immer mit Höchstdrehzahl auf dem Randstreifenfahren mit 25 km/h fahren sehe. Grässlich.
Dann besser ein ehrliches Mofa., welches nicht diletantisch von 80 km/h (Für das sie ausgelegt sind) auf 25 km/h gedrosselt werden mußten.
Sporti
Genau so einen hat meine Schwester - Einen Baumarkt-Hobel von Praktiker. Gekauft, Kaputt - Reparatur durch eine damalige Vertragswerkstatt - Roller fuhr >80. Nach 2 Austauschrollern fuhr er dann endlich wie geplant. Son Baumarktzeuchs kommt mir nicht ins haus. Wie heißt es so schön:
"Baumarktschrott - noch nicht montiert aber schon kaputt" :)


Gruß,
der Peter
Herr Kuhl S

Re: Ist eine Saxonette das richtige für mich?

Beitrag von Herr Kuhl S »

Hallo Peter,

ich hatte vor einigen Monaten genau die gleichen Überlegungen wie Du, vorallem was die Tauglichkeit am Berg angeht. Ich hatte dann das Glück eine etwas modifizierte Saxonette im gepflegten Zustand kaufen zu können. Berge an denen ich sonst im kleinsten Gang mit 5km/h hochgeschnauft bin, werden jetzt mit 22km/h links liegen gelassen und ich muß noch die Jacke zuknöpfen weil der Fahrtwind so kühl ist :razz: . Wenn man körperlich noch gut mittreten kann sind kurzfristig auch sehr steile Passagen möglich an denen ein normaler Radfahrer absteigen muß.
Die Saxonette hat mich seitdem mehr begeistert als ich es mir hätte vorstellen können. Vorallem der fliegende Wechsel zwischen "Fahrrad" und "Leichtmofa"Modus beim fahren ist genial.

Viele Grüße
Mathias
Sachso
Beiträge: 349
Registriert: Mittwoch 31. Oktober 2012, 11:35
Wohnort: Marxen

Re: Ist eine Saxonette das richtige für mich?

Beitrag von Sachso »

Wie bereits angesprochen , sollte eine ausgeprägte Bastelleidenschaft vorhanden sein. Wenn in Deiner Nähe noch ein hilfsbereites Forumsmitglied wohnt , erleichtert es Dir den Einstieg ungemein.Die Saxonetten-Technik solltest Du nicht unterschätzen .Es gibt auch Möglichkeiten sie etwas zuverlässiger zu machen . Z.B. das Zündmodul durch eine neue Zündspule zu ersetzen , die gleichzeitig die Drehzahlbegrenzung aufhebt und den Schub ein Wenig verstärkt. Über den Vorteil einer 5-Gang- Kettenschaltung und deren Montage wurde hier ber. mehrfach berichtet.
VG Sachso
Dieter-K

Re: Ist eine Saxonette das richtige für mich?

Beitrag von Dieter-K »

Layer8 hat jetzt das nötige Problembewusstsein und stolpert nicht blind in einen Kauf, zumindest, was das Fahrzeug im allgemeinen angeht.
Im speziellen gibt es beim Kauf einige Dinge zu beachten, damit daraus kein Frust ohne Ende wird. Es wird viel Müll angeboten und hoch gepriesen.
Die 27 bis 11 Jahre alten Maschinen haben fast ausnahmslos Gebrauchsspuren und der Zustand der Motoren hängt sehr von der Laufleistung und der Behandlung ab. Besonders "Fachleute" hinterlassen oft traurige, zerbastelte Fahrzeuge. Gerade die laufen aber ausnahmslos, fraglich ist nur, wie lange.

Wie auch immer, wir sind mit Rat und bisweilen auch mit Tat behilflich.

:wink: - Dieter
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