Wenn man dann schon in so einer schönen Gegend bei herrlichstem Wetter ist, was liegt näher, als gleich noch 3 Tage mit dem Wohnmobil am nahen Ammersee zu verbringen und eine erste Ausfahrt zu unternehmen. Nach kurzer Zeit sind wir auf einem kleinen Campingplatz direkt am See und richten uns häuslich ein.
Am anderen Morgen ein kurzer Druck auf den Anlasser und schon springt das Motörchen klaglos an. Ein paar mal mitgetreten und ich schwebe davon.
Aber was man sich so alles anhören muss. Vom fragenden „ja was ist denn das“ bis hin zum erstaunten „ja der muss ja gar nicht treten“ oder verdutzten „seit wann gibt’s denn Fahrräder mit Nummernschilder“ war alles zu hören, selbst aggressives „mach den Stinker aus“ oder „so ne Krachmaschine“.
Aber das ist mir alles egal, ich bin vor mich hingrinsend erhobenen Hauptes weitergeschwebt.
Plötzlich absolute Stille, nix schnurrt mehr. Ein Blick auf den Spritfilter zeigt totale Trockenheit.
Nein, ich habe nicht vergessen zu tanken und es ist noch genug Sprit im Tank, nur durch den Benzinhahn kommt nichts mehr, egal in welcher Hebelstellung.
Also dann wird die neu angebaute Gangschaltung getestet. Wir radeln bis zum nächsten Bootsanlegesteg und fahren mit dem Schiff zurück in die Nähe unseres Campingplatzes.
Dort wird der Tank losgeschraubt, der Sprit in eine Flasche gefüllt und der Benzinhahn aus dem Tank gedreht. Das Sieb ist blitzsauber, also werden alle Öffnungen des Hahn mit einem feinen Draht (zum Glück sind die Kärtchen vom Ölwechsel am Wohnmobil mit solch einem Draht am Motor befestigt) gereinigt und weil kein Schmutz zum Vorschein kommt, zerlege ich den Hahn in seine Einzelteile und reinige diese. Anschliessend wieder erst den Hahn zusammenschrauben, dann diesen in den Tank eindrehen, den Tank festschrauben und die Mischung wieder einfüllen. Und siehe da, der Filter füllt sich.
Jetzt aber sofort los zur Probefahrt in den nächsten Supermarkt zum Grillfleisch holen. Die Maschine läuft perfekt und der Tacho zeigt wahnsinnige 22 km/h.
Am nächsten Morgen geht’s 10 km in die andere Richtung in einen Biergarten und wieder zurück. An die teilweise blöden Bemerkungen der anderen Radler habe ich mich mittlerweile schon etwas gewöhnt und lächle freundlich zurück.
Ich bin mir sicher, die sind alle nur neidisch.